Fähranleger in Arneburg wird modernisiert

30 Zentimeter für 300 000 Euro

An der  Reling der Fähre Arneburg hängt ein Rettungsring mit der Aufschrift Fähre Arneburg.
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Elbfähre Arneburg
  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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Die Kosten haben es in sich. Der Anleger für die Arneburger Gierseilfähre soll erneuert werden. Die 300000 Euro wird Arneburg alleine tragen müssen. Eine Beteiligung der anderen Elbseite ist nicht zu erwarten.

Arneburg – „Wir werden mit der Elbe bauen müssen“, verweist Daniel Wolkenstein am Dienstagabend im Stadtrat bei seiner Entwurfspräsentation für den geplanten Neubau des Arneburger Fähranlegers auf besonders maritime Begleitumstände.

Der Mitarbeiter einer im brandenburgischen Neuruppin ansässigen Planungsgesellschaft für Wasserbau und Wasserwirtschaft hat in der Ostaltmark bereits für diverse Investitionen an Flüssen mitverantwortlich gezeichnet, etwa in Wanzer und Bömenzien. Die Kosten zur Erneuerung von Zufahrtsstraße und Rampe am linken Ufer in Arneburg sowie am rechten Ufer im zur Gemeinde Klietz zählenden Ort Neuermark-Lübars (Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land) beziffert Wolkenstein auf rund 300 000 Euro.

Dabei muss der dickste Geldbrocken auf der östlichen Seite verbaut werden. Mit rund 200 000 Euro hat der Verantwortliche den Investitionsbedarf dafür beziffert. Grund für die etwa doppelt so hohen Kosten sei, dass die Gesamtlänge der Sanierungsstrecke dort bei 78 Metern liege, während auf Arneburger Seite lediglich 15 Meter (Kosten: 100 000 Euro) zu stemmen seien.

Mit den neuen Anlegern will die Stadt Arneburg dafür sorgen, dass Fährmann Frank Schumacher das Schiff künftig nicht mehr bei wie bisher bei häufigen Mittelwassern zwischen Mai und August aus dem Verkehr ziehen muss. Mit der Baumaßnahme soll eine Erhöhung der „Fahrbahn“ um etwa 30 Zentimeter erreicht werden. So werde es möglich, die Arneburger Gierseilfähre auch noch bei einem Wasserstand von etwa 3,60 Meter über den Fluss zu schicken, während bislang bei etwa drei Metern der Betrieb vorübergehend eingestellt werden müsse.

Während der Bauzeit wird unter Strömungsschutz gearbeitet. Geplant sind entweder eine sogenannte Sandsackverwallung aus Bigpacks oder auch der Einbau von Spundwänden. Als Bauzeit soll die Niedrigwasserphase der Elbe zwischen Mitte Juni bis Ende September genutzt werden. Die Bauzeit beträgt pro Rampe mindestens sechs bis acht Wochen. Die Ausschreibung soll in zwei Baulosen erfolgen, die aber zeitgleiche Ausführungsfristen beinhalten werden.

Mit einer finanziellen Beteiligung vom anderen Ufer des Flusses sei nicht zu rechnen. „Beide Seiten des neuen Fähranlegers werden durch die Stadt Arneburg bezahlt“, hat Bürgermeister Lothar Riedinger (CDU) entsprechenden Erwartungen eine klare Absage erteilt. Grund sei, dass die Investition allein in die Zuständigkeit des Betreibers der Fähre falle, die bei der Stadt Arneburg liegt.

Damit es Arneburg nicht ergeht wie der Stadt Werben vor fast zwei Jahren, wo nach erfolgter Sanierung etwa 20 Zentimeter zwischen Landeklappe und neuem Fähranleger klafften, soll es während der Bauzeit einige Testanfahrten geben. Die Probeläufe könnten erfolgen, bevor die Endbeläge aufgebracht würden, hat der Planer vorgeschlagen. Wolkenstein zeige Verständnis für die Sorge der Stadträte. Ihm seien die „Fehler“ aus der Werbener Planung bekannt, sagte der Verantwortliche. Und fügte hinzu: „Ich plane gerade die Sanierung der Fähranleger in Werben“ – also des Bauwerks, das erst vor zwei Jahren fertiggebaut wurde.

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