Drittes Digitalprojekt realisiert / Barrierefreie Besuchsmöglichkeit geschaffen

Arneburg: Heimatmuseum vom Sofa aus erkundbar

Carsten Sommer und Uwe Schmidt sitzen und stehen vor einem Tisch auf dem zwei VR-Headsets liegen.
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Carsten Sommer (links) und Uwe Schmidt freuen sich, dass jetzt alle das Heimatmuseum besuchen können.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Nicht für alle Bürger war das Arneburger Heimatmuseum erreichbar. Die Steile Treppe kann jetzt aber digital umgangen werden.

Arneburg – Drei Digitalprojekte sind im laufenden Jahr in Arneburg abgeschlossen worden. Am Sportboothafen, dem Tourismusbüro inklusive Vorplatz und Heimatmuseum sowie an der Kunst- und Kulturscheune gibt es mittlerweile freies W-Lan. Die „Digitale Infostele“, die noch keinen endgültigen Namen gefunden hat, seit sie technisch gesehen keine Stele mehr ist, steht auch seit geraumer Zeit. Als neustes Projekt ist die Möglichkeit der digitalen Besichtigung des Heimatmuseums dazugekommen. Das ist in einem 360 Grad-Rundgang nicht nur vom heimischen Sofa, sondern auch in 3 D besuchbar.

Davon profitieren nicht nur die, die bei kühlem Herbstwetter lieber zuhause bleiben möchten, sondern auch jene, die sonst keinen Zugang bekommen können. Dazu gehören unter anderem Gäste auf der Durchreise mit platten Füßen, aber auch Personen, die seit Jahren und Jahrzehnten vor Ort leben, aber trotzdem nicht ins Heimatmuseum können. So wie Uwe Schmidt, der im Rollstuhl sitzt und als einer der ersten die neuen Virtual-Reality-Brillen (VR) aufsetzen darf. Besuchbar ist die digitale Version des Heimatmuseums auch per Computer, Laptop oder auch Smartphone unter www.stadt-arneburg.de. Den Eindruck, tatsächlich vor Ort zu sein, gibt es jedoch nur per VR oder mit einem realen Besuch der Einrichtung. Einen entscheidenden Vorteil hat der virtuelle Besuch jedoch: Einige ausgewählte Texte können sich Interessierte vorlesen lassen. Das Projekt sei problemlos erweiterbar, erklärt Sommer. So könnten unter anderem weitere Infopunkte zur Ausstellung eingebaut werden.

Tourismusbüro-Chefin Evelyn Jordan freut sich über das neue zusätzliche Angebot. Damit erhalte das Museum noch mehr Aufmerksamkeit. Mehrere Einwohner hätten deswegen bereits gesagt, dass sie noch gar nicht gewusst hätten, welche Schätze sich in dem Heimatmuseum über der Tourismus-Information an der Breiten Straße verstecken.

Nicht ganz 5000 Euro hat das Projekt gekostet, das zu 100 Prozent über „Demokratie leben!“ gefördert wurde, erklärt Carsten Sommer, der sich im Namen des Arneburger Kultur- und Heimatvereins um die Förderung gekümmert hat. Dabei konnten nicht alle Bestandteile des Projektes umgesetzt werden.

Ursprünglich war auch geplant, die Kirche und Aussichtsplattform digital erlebbar zu machen. Dafür habe es jedoch keine Leader-Fördermittel gegeben. In etwas abgespeckter Form, nur auf das Heimatmuseum beschränkt, und mit der damit erreichbaren Barrierefreiheit im Blick, war eine Finanzierung über das besagte Förderprogramm möglich.

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