Lieferprobleme: Halbleitermangel erreicht Verbandsgemeinde

Arneburg-Goldbeck: Tablets auf der Kippe

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Tablets sollen auch in den Horten der Verbandsgemeinde Einzug halten.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Der Halbleitermangel zeigt seine Auswirkungen auch in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck. Die beschlossene Beschaffung von Tablets für zwei Horte könnte deswegen ins Wasser fallen.

Arneburg-Goldbeck – Die Tablets sollen beschafft werden, da sind sich die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck, ihr Rat und sogar der Landkreis Stendal einig. Die Horte der Grundschulen Arneburg und Goldbeck sollen damit ausgestattet werden. Ungefähr 60 Stück sollen es werden, erklärt Marco Beiersdörfer, Team Steuerungsunterstützung, auf AZ-Nachfrage. Das hänge davon ab, welcher Hersteller es wird und welcher Preis verlangt wird. Tatsächlich ist das aber eine eher untergeordnete Frage, wie er pragmatisch feststellt. Wegen des Halbleitermangels seien viele Geräte nicht lieferbar – und der Beschluss deshalb möglicherweise nicht während der Förderphase umsetzbar.

70 Prozent von den knapp über 28 000 Euro dafür kommen aus dem Förderprogramm zum beschleunigten Infrastrukturausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. „Wir sind auf der Suche“, fasst Beiersdörfer den derzeitigen Beschaffungsstand an. Gemäß Rechtsvorgaben habe die Verwaltung eine Vergabe ausgeschrieben – allerdings derzeit ohne Erfolg. Einer der möglichen Zulieferer habe dabei den Halbleitermangel für die Lieferschwierigkeiten genannt. Die Verbandsgemeinde wolle die Beschaffung trotz der bisherigen Absagen jedoch nicht aufgeben. Zumindest noch nicht. „Wir wollen die Kinder nicht ohne Tablets da lassen“, erklärt Beiersdörfer. Allerdings könne es auch passieren, dass der Verwaltung keine andere Wahl bleibe. Sollte es nicht möglich sein während des Förderzeitraums die Tablets zu bestellen, könnte die Verbandsgemeinde die Förderbescheide, die bereits vorliegen, wieder abgeben.

Dazu soll es, wenn möglich jedoch nicht kommen, schließlich würden die Geräte gebraucht. Dabei sollen die Geräte in gleichen Teilen den Horten der Grundschulen in Arneburg und Goldbeck zugutekommen. Zusätzlich soll für den Goldbecker Hort noch ein Laptop angeschafft werden. Damit würde eine ganztägliche digitale Bildung ermöglicht.

Notwendig ist die Anschaffung, weil Schulen und Horte prinzipiell getrennte Instanzen sind, auch wenn sie sich in vielen Fällen die Gebäude oder sogar Räume teilen, erklärt Beiersdörfer. Abgedeckt seien die Bedarfe der Schulen bereits über den Digitalpakt Schule. Theoretisch gebraucht werden könnten sie aber auch in den Horten – schließlich werden da Hausaufgaben erledigt. Während eine Mehrfachnutzung von Gebäuden praktikabel sei, könne das jedoch mit den Tablets nicht gemacht werden. Fragen wie, was passiert, wenn ein Schulgerät im Hort kaputt geht, seien rechtlich schwieriger zu bewerten, nennt Beiersdörfer als Beispiel.

Auch wenn die Zeichen derzeit nicht besonders rosig aussehen, werde die Verbandsgemeinde weiter daran bleiben, die Beschaffung in die Wege zu leiten.

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