Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck setzt auf Elektro-Mobilität

Stiller Franzose tourt durchs Land

Ein Ladestecker mit blauem Kabel steckt in der Ladebuchse eines weißen Elektro-Autos. Im Hintergrund ist die zu dem Vorgang dazugehörende  Ladesäule zu sehen.
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Bei Kälte brauchen E-Autos mehr Strom.
  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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So i, wie der Modellname klingt, scheint der neueste Dienstwagen der Verbandsgemeinde gar nicht unterwegs zu sein. Nach rund 1000 Kilometern seit Ende Dezember im Auftrag Arneburg-Goldbecks bilanziert der oberste Bürgermeister des Gebiets auf AZ-Anfrage jedenfalls ein positives Fahrvergnügen.

„Wir sind zufrieden“, schildert René Schernikau (parteilos) die Beförderungseigenschaften des stillen Franzosen. Mit der Anschaffung des Renault Zoe (gesprochen: soo-ii) profitiere die Verbandsgemeinde „als erste Kommune im Landkreis Stendal“ von einem speziellen Förderprogramm, wie Avacon-Kommunalreferent Carsten Birkholz bei der Schlüsselübergabe vor dem Goldbecker Verwaltungsamt mitgeteilt hat.

Demnach unterstütze der Energiedienstleister den Erwerb „kommunaler Elektrofahrzeuge“, um es Einheits- und Verbandsgemeinden zu ermöglichen, in eine „emissionsfreie Mobilität“ einzusteigen. Damit der Stromappetit des französischen Kleinwagens gestillt werden kann, habe das Unternehmen auch gleich eine Ladestation mitgeliefert, „sodass das Fahrzeug am Verwaltungsgebäude geladen werden kann“, wie Birkholz erläutert.

„Wir sind zufrieden.“

 René Schernikau 

Das Modell gilt laut Medienberichten als Deutschlands beliebtestes Elektroauto. Der Zoe ist seit 2013 auf dem Markt und verzeichnet laut jüngster Jahresstatistik bundesweit mehr als 30 000 Zulassungen, womit er republikweit das meistverkaufteste Elektroauto ist. Für den Hersteller aus dem Land der Grande Nation habe sich die Verbandsgemeinde nach diversen Probefahrten entschieden. Neben einem Strom-Pkw von Hyundai aus Südkorea sei auch ein Elektro-Pkw aus dem Hause VW getestet worden, wobei letzterer aber wegen großer Lieferprobleme nicht geordert worden sei.

Für den Start in die neue Mobilität hat sich Arneburg-Goldbeck mitten im aktuellen Superschneewinter eine besonders batteriefordernde Jahreszeit ausgesucht. Bei Elektroautos gilt bekanntlich, dass die Reichweite des Akkus bei Niedrigtemperaturen sinkt. „Im Kaltmodus schaffen wir 200 Kilometer“, berichtet der Verbandsgemeinde-Bürgermeister.

Bei wärmeren Temperaturen könne der neue Dienstwagen bis zu 260 Kilometer weit fahren, weiß Schernikau. Diese Distanz sei für den Einsatz des Personals im Gebiet zwischen Werben im Norden und Hassel im Süden, Rochau im Westen sowie Büttnershof im Osten völlig ausreichend, denn mehr als 200 Kilometer Dienststrecke pro Tag würden die Mitarbeiter nicht zurücklegen, erläutert der Verwaltungschef.

Bei der Anschaffung, die auf Leasing-Basis laufe, handele sich um ein Ersatzfahrzeug für einen Unfallwagen aus dem Fuhrpark Arneburg-Goldbecks. „Man kommt damit bis nach Magdeburg“, sieht Schernikau dem baldigen Aufbau der Ladesäule entgegen. Lieferschwierigkeiten mitten im Elektro-Boom seien der Grund, warum die kommunale Stromzapfstelle noch auf sich warten lasse. Fürs Aufladen brauche der mit dem Logo der Verbandsgemeinde beschriftete Elektro-Dienstflitzer „fünf bis sechs Stunden“, hofft der oberste Dienstherr auf eine allzeit gute Fahrt.

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