Stellvertretende Verbandsgemeindebürgermeisterin und Bauamtsleiterin Simone Kuhlmann: „Jedes Gerät hilft“

Arneburg-Goldbeck: Neue Laiendefibrillatoren in der Verbandsgemeinde installiert

Thomas Pflanz (von rechts) übergibt den Defibrillator im Beisein von Mercer-Geschäftsführer André Listemann an Bauamtsleiterin Simone Kuhlmann.
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Thomas Pflanz (rechts) übergibt den Defibrillator im Beisein von Mercer-Geschäftsführer André Listemann an Bauamtsleiterin Simone Kuhlmann.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Es sind nicht die ersten Laiendefibrillatoren, die in der Verbandsgemeinde angebracht wurden. Und es sollen auch nicht die letzten sein.

Hohenberg-Krusemark – „Drücken Sie jetzt die Schocktaste“, dringt eine ruhige Stimme aus dem kleinen Gerät, das Thomas Pflanz, Projektkoordinator der Björn Steiger Stiftung im Projekt „Herzsicher“, ausgepackt hat. Routiniert hat er die Klebepads ausgepackt und an einem Dummy angebracht, der vor ihm auf dem Boden liegt. Öffentliche zugängliche Laiendefibrillatoren können Leben retten – ist die Überzeugung der Stiftung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, möglichst viele davon an öffentlichen Orten anzubringen.

Es ist weder der erste Laiendefibrillator, der in der Verbandsgemeinde aufgehangen, noch der einzige der jetzt installiert wurde. Neben dem am Feuerwehrgerätehaus in Hohenberg-Krusemark gibt es seit Montag auch noch zwei weitere in den Außenwandkästen an der Goldbecker Turnhalle. Bei der Anschaffung hat die Arneburger Firma Mercer finanziell mitgeholfen. Damit verfügt die Verbandsgemeinde neben den zwei schon vor Längerem installierten Geräten über insgesamt fünf.

Es sollen auch nicht die Letzten gewesen sein: Drei weitere Geräte habe die Stiftung bereits vorgesehen. Ebenso wie das seit Montag in Hohenberg-Krusemark angebrachte Gerät sollen diese dann in Iden, Eichstedt und Hassel ebenfalls an den örtlichen Feuerwehrgerätehäusern angebracht werden, erklärt Pflanz. Wenn alles nach Plan verläuft, soll es jeweils pro 1000 Einwohnern einen Defibrillator geben. Damit sei die Arbeit jedoch noch nicht vorbei. Auch wenn das Gerät während des Einsatzes jeden Schritt mit ruhiger Stimme erklärt, sollen von den 1000 Einwohnern 100 geschult werden, um für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein. „In der Verbandsgemeinde wird es wohl im Herbst losgehen“, erklärt der Projektkoordinator. Dafür werde es Infoabende geben, deren Termine noch bekannt gegeben werden sollen. Aber auch Schüler stehen im Fokus der Stiftung. Untersuchungen hätten ergeben, dass Siebtklässler physisch und psychisch in der Lage seien Menschen wiederzubeleben, erläutert Pflanz. Deshalb sollten diese bei den Schulungen nicht außer Acht gelassen werden.

Die Geräte befinden sich recht sicher verwahrt in den öffentlich zugänglichen Kunststoffkästen. Nach einem einfachen Druck auf einen großen roten Knopf können sie entnommen werden. Die einfache Zugänglichkeit führe bedauerlicherweise immer wieder zu Vandalismus, wie die Stiftung feststellen muss. Teilweise seien Defibrillatoren entnommen und in die Elbe geworfen worden, führt Pflanz als Beispiel an. Ein Diebstahl lohne sich jedoch keinesfalls, gibt er als mahnende Botschaft mit. Der Akku könnte nach einer Nutzung zwar noch genug Ladung haben, um weiter verwendet zu werden, aber in jedem Fall müssen die Klebepads ersetzt werden. Bei dem nötigen Wartungstermin müsse man sich zum Batteriewechsel an die Herstellerfirma wenden. Damit würde der Diebstahl quasi von alleine aufgeklärt werden.

„Der Björn Steiger Stiftung danke ich, dass wir in Arneburg-Goldbeck dieses wichtige Thema gemeinsam angehen. Jedes Gerät hilft, die Herzsicherheit wesentlich zu verbessern – auch in unserem Gemeindeverband, der nun herzsicherer ist als bisher. Mit einer flächendeckenden örtlichen Versorgung von Laien-Defibrillatoren erhöhen wir die Überlebenschance der Menschen hier in unseren selbstständigen Gemeinden entscheidend“, sagt die stellvertretende Verbandsgemeindebürgermeisterin und Bauamtsleiterin Simone Kuhlmann anlässlich der Übergabe.

Möglichgemacht wurde die Einrichtung mithilfe des Mercer-Zellstoffwerks. „Ich freue mich, dass wir als ortsansässiges Unternehmen zusammen mit der Gemeinde und der Björn Steiger Stiftung einen Beitrag leisten können, um die Menschen in unserer Kommune herzsicherer zu machen“, sagt Geschäftsführer André Listemann.

Damit die weiteren geplanten Geräte beschafft und angebracht werden können, sind weitere Spenden von privaten und gewerblichen Sponsoren notwendig, stellt der Projektkoordinator fest. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.steiger-stiftung.de oder bei Projektkoordinator Thomas Pflanz unter Tel. (07195) 30 55 880 oder per E-Mail an t.pflanz@steiger-stiftung.de.

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