Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau: Bürger haben sich gut organisiert

Arneburg-Goldbeck: Endspurt bei dezentraler Impfung

Ein Mann wird von einem anderen geimpft.
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508 Personen nahmen in Goldbeck die erste Impfung entgegen. Ähnlich viele werden für den Zweittermin erwartet. Einer von ihnen ist Wilhelm Birkholz, der von Bundeswehrsanitäter Michel Diaz Aguilera geimpft wird.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Nach mehreren Wochen des Wartens war es gestern soweit: Die mindestens 76-jährigen Bewohner der Verbandsgemeinde waren zu ihrem Zweitimpftermin in die Goldbecker Sporthalle eingeladen.

Goldbeck – Seit dem 6. April werden die über 76-jährigen Bürger im Landkreis Stendal dezentral geimpft. Gestern war es dann für die Bewohner der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck soweit: Sie erhielten ihre zweite Dosis. Sie gehören mit zu den letzten im Landkreis, denen im Zuge der Aktion die Spritze gesetzt wird: Heute und morgen geht es in Stendal weiter, bevor die dezentralen Impfungen abgeschlossen werden sollten. Tatsächlich bleiben die mobil Arbeitenden jedoch weiter im Einsatz: Auch bei den Sonderimpfterminen mit Johnson and Johnson und Astrazeneca am Freitag, 28. Mai, und Dienstag, 1. Juni, werden sie eingesetzt.

Ob es danach weitere Sonderimpftermine geben werde, sei noch nicht abzusehen, erklärt Christian Michael, der bei den dezentralen Terminen den Hut auf hat. Das zum größten Teil davon ab, ob weitere Sonderlieferungen von Impfstoffen angekündigt und schließlich auch zugestellt würden, stellt er fest. Für die vielen Helfer sei es allerdings eine Erleichterung, dass die dezentralen Impfungen bald abgeschlossen werden. Schließlich bedeuteten diese im Vergleich zu Arbeiten im Impfzentrum einen großen Mehraufwand. Mit fünf Fahrzeugen und rund einer Tonne Material machen sich die Mitarbeiter der verschiedenen Einrichtungen früh am Morgen auf den Weg, um alles aufzubauen. Zwar seien, außer den Verwaltungsmitarbeitern, die die Aktionen je nach Ort unterstützen, mittlerweile alle sehr routiniert, aber im Impfzentrum könne alles effizienter ablaufen. Dort werde beispielsweise von derselben Person geimpft und die Dokumentation darüber geschrieben. Bei den dezentralen Aktionen müsse dies von zweien unternommen werden. Die gesammelte Erfahrung der vergangenen Monate helfe sicher auch bei den kommenden Aktionen, auch wenn diese mit einem anderen Impfstoff stattfinden. Auf dem Papier sei alles klar, aber da auch der Öffentlichkeit Berichte über die anderen Vakzine fehle, werde es vermutlich zu mehr Nachfragen kommen, vermutet Michael. Entgegen anderslautender Medienberichte habe die Freischaltung der Impftermine für Johnson and Johnson gut funktioniert, stellt Michael außerdem fest. „Ich habe sie persönlich freigeschaltet“, berichtet er. Innerhalb von einer Stunde seien alle 600 Termine vergeben worden.

Für den Termin in der Goldbecker Sporthalle waren 508 Personen angemeldet. Hinzu kommen zwölf weitere, die von den Impfteams zuhause besucht werden. Erfahrungsgemäß gebe es beim zweiten Termin immer ein paar weniger Kandidaten, stellt Michael fest. Einige seien verständlicherweise verhindert, beispielsweise wegen eines Krankenhausaufenthaltes. Andere hätten hingegen ihre Zweitimpfung bereits beim Hausarzt erhalten.

DRK-Mitarbeiterin Enya Sühß und Hauptgefreiter Below kümmern sich um die Vorbereitung der Impfdosen.

Nicht nur die Helfer hätten sich gut organisiert, gleiches gelte auch für die Bewohner der Verbandsgemeinde, wie deren Bürgermeister René Schernikau erklärt. Auch wenn die dezentralen Aktionen den Bürgern die Anreise erleichtern sollen, sei es dennoch nicht allen möglich, selbstständig zum Termin zu kommen. Acht Personen wurden deshalb vom Verbandsgemeindebürgermeister persönlich, der den Fahrdienst übernahm, abgeholt.

Der Abschluss der Impfungen bedeutet, auch im Anbetracht der sinkenden Inzidenzen, mehr Möglichkeiten für die Impflinge. Christa Garz freut sich darauf, endlich mal wieder ordentlich einkaufen zu gehen. Zwar sei über das Internet und mit Terminvergaben schon einiges möglich, aber das sei nichts für sie, erklärt sie. Gudrun Böttcher hat hingegen keine genaueren Pläne, was sie mit den im Raum stehenden Lockerungen zuerst anfangen möchte. Sie verbringe viel Zeit im häuslichen Garten, das spare sowieso Geld. Ihre jüngere Begleiterin Jennifer Kaiser, die eine Infektion hinter sich hat und deshalb als Genesen gilt, freut sich hingegen auf die kommende Zeit: Gerne würde sie mal wieder etwas mit Freunden unternehmen.

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