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Arneburg-Goldbeck: Bürgermelder spart Zeit

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Von: Stefan Hartmann

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Der Bürgermelder der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck wird auf einem Smartphone genutzt.
Über den Bürgermelder können der Verwaltung der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck schnell und genau Probleme aufgezeigt werden. © Stefan Hartmann

Seit mittlerweile neun Monaten können die Bürger der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck Schäden und Probleme online melden. Genutzt wird das Angebot derzeit von einem kleinen Personenkreis. 

Arneburg-Goldbeck – Seit knapp neun Monaten können Bürger der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck Probleme bequem über den Onlinedienst „Sag’s uns einfach“ melden. Übermäßig viele Meldungen sind in dem System seit Mai 2021 aber nicht eingegangen. 18 Stück werden Besuchern aufgelistet, die www.arneburg-goldbeck.de/sags-uns-einfach aufrufen.

„Damit haben wir gerechnet“, erklärt Marco Beiersdörfer, Team Steuerungsunterstützung und Pressebeauftragter der Verbandsgemeinde, auf AZ-Anfrage. Ein solches System benötige sicherlich eine gewisse Anlaufzeit. „Oder bei uns ist einfach nicht so viel kaputt“, bietet Beiersdörfer eine weitere Erklärungsmöglichkeit an. Verglichen mit der Stadt Osterburg, deren System mit demselben Namen wenige Wochen früher aktiviert wurde, liegt die Verbandsgemeinde weit zurück: 47 Meldungen beschäftigen die Hansestadt Osterburg. Im Bearbeitungsstand liegt dafür die Verbandsgemeinde deutlich vorne sowohl was den prozentualen Anteil als auch die faktische Menge angeht. Während Osterburg nur vier abgeschlossene Einträge verzeichnet, sind es für Arneburg-Goldbeck 14 – nur vier Einträge befinden sich noch in Bearbeitung.

Überwiegend handele es sich um Schadensmeldungen an Laternen oder Gehwegen oder widerrechtliche Müllablagerungen, die der Verbandsgemeindeverwaltung auf diesem Weg zugetragen werden. Besonders im Fall letzterer sei das System von entscheidender Bedeutung. Nicht nur können zu den Meldungen direkt Fotos angefügt werden, die das Auffinden des Mülls erleichtern. Auch kann direkt ein Standort übermittelt werden. Damit seien die Zeiten, in denen noch aufwendig an Feldwegen oder dem Elberadweg nach Müll gesucht werden muss, überwiegend vorbei. „Es kommen schon noch Anrufe rein“, sagt Beiersdörfer. Besonders von aufmerksamen Bürgern, die bereits vor der Aktivierung des Systems häufiger Schäden gemeldet haben, blieben bei dem alten Weg. Die „Generation Handy“ und neu Zugezogene griffen jedoch öfter auf den Online-Dienst zurück. Auch bei Gemeinderäten steige die Beliebtheit. Anstatt dem Bürgermeister bei der nächsten Sitzung ein Problem zu schildern und es so zur Verwaltung weiterzugeben, werde auch der Bürgermelder genutzt. „Dann ist die Information, dass die Straßenbeleuchtung aus ist, schon mal da. Warum sie aus ist, darüber kann man sich dann noch auf der Sitzung unterhalten“, erklärt Beiersdörfer. Auch bei Funden oder Entdeckungen am Wochenende oder Feiertagen sei das System von Vorteil. Es könne auch ohne, dass jemand in der Verwaltung ans Telefon gehen muss, genutzt werden. Schadensmeldungen wären damit erledigt und müssten nicht auf den kommenden Tag verschoben werden, um jemanden zu erreichen. „Man ist doch froh, wenn etwas erledigt ist“, findet Beiersdörfer. So könnten Bürger gemütlich wandern gehen, dabei hoffentlich keinen Müll entdecken – aber wenn doch es sofort melden und danach wieder vergessen.

Positiv überrascht, so Beiersdörfer, sei er davon, wie sachlich mit dem Bürgermelder umgegangen werde. Er habe damit gerechnet, dass auch einmal geschimpft werde, aber das habe sich bisher nicht zugetragen. „Es gibt ausschließlich sachliche Meldungen ohne Emotionen“, stellt er fest. Trotzdem würden die Meldungen immer noch einmal bearbeitet. Dabei gehe es jedoch um die Einhaltung des Datenschutzes. Das System gibt beispielsweise den Namen des Meldenden nicht an, wer ihn oder seine Telefonnummer jedoch in den Meldetext schreibt, veröffentliche diese mit. Damit das nicht passiert, werde vor jeder Veröffentlichung noch einmal über die Meldung geschaut.

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