Bepflanzung könnte Lichter werden / „Formeller“ Park südlich der Gaststätte denkbar

Arneburg: Bäume auf dem Burgberg in schlechtem Zustand

Ein Teil des Burgbergs in Arneburg.
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Der Bereich südlich der Gaststätte auf dem Burgberg könnte einen formaleren Charakter bekommen.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Der Burgberg in Arneburg soll denkmalgerecht erneuert werden. Einem Teil der Bäume geht es schlecht. Besonders die Robinien, die oft exponiert in Sonne und Wind stehen, sind in keinem guten Zustand. 

Arneburg – Dass der Burgberg schön und ansehnlich sein soll, da sind sich vermutlich alle einig. Was das bedeutet ist jedoch subjektiv. Der aktuelle Plan ist, ihn als Denkmal erneut in eine möglichst ursprüngliche Form zurückzuführen. Herauszufinden, wie diese aussah, gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht, wie die Landschaftsarchitektinnen Christa Ringkamp und Fiona Laudamus kürzlich dem Arneburger Hauptausschuss berichteten.

Nicht alle Ideen und Pläne zur Gestaltung des Areals wurden eindeutig aufgezeichnet und müssen stattdessen anhand der vorhandenen Quellen interpretiert werden, erklärt Laudamus den Ausschussmitgliedern. Dabei werde auf Luftaufnahmen, Postkarten, Fotos und natürlich auch, sofern vorhanden, Lagepläne zurückgegriffen. „Die Pläne sind oft sehr einfach und erlauben keine Analyse über die Gestaltung“, gibt Laudamus jedoch zu bedenken. Teilweise mehr Aufschluss über die Bepflanzung vor rund 100 Jahren geben die Postkarten dieser Zeit. So sei auf diesen unter anderem zu erkennen, dass die mittlerweile recht großen Eibenbäume schon immer recht eng und klein beieinander standen. „Da frage ich mich: Waren die mal so groß intendiert?“, fragt Laudamus. Denkbar sei, dass sie eigentlich als Heckenpflanzen gedacht worden seien und aus dieser Größe einfach herausgewachsen sind.

Etwas über seine ursprüngliche Idee herausgewachsen scheine der gesamte Baumbestand des Burgberges. 315 Bäume wurden insgesamt bei einer Zählung im April und Mai erfasst. Ein Drittel davon sind Nadelbäume. Von diesen 107 sind alleine 60 Stück Eiben. Von den 208 verbleibenden Laubbäumen sind 101 Robinien. Gerade diese sind jedoch oft in keinem guten Zustand. Sie seien häufig recht klein mit schütteren Kronen und mit Efeu bewachsen, beschreibt Ringkampf den Zustand der Bäume. Als „Pionierbäume“ stünden die Robinien, die vor einem knappen Jahrhundert eine Modepflanze waren, oft an Sonnen- und Windexponierten Stellen. „Da wird man in Zukunft wohl einiges rausnehmen müssen“, erklärt Ringkamp. Besser sähe es bei anderen Bäumen aus. Mehrere Feldahorne stünden gut da. Auch die Eichen seien überwiegend groß und dominant. „Aber an die Robinie müssen wir ran.“

Dass ein lichterer Burgberg sicher nicht allen schmecken würde, merkte Bürgermeister Lothar Riedinger (CDU) an. „Da wird es Geschrei geben“, stellt er fest. Allerdings sei es auch eine Maßnahme, die möglicherweise unternommen werden müsse, wenn es dann besser für Park und Bäume sei.

Überwiegend, so die Landschaftsarchitektinnen, solle der Burgberg eine pflegeleichte Anlage bleiben. Denkbar wären deshalb Schneebeeren als ergänzende Bepflanzung. Diese müssten nur etwa alle zwei Jahre zurückgeschnitten werden.

Etwas komplexer dürfe es jedoch südlich der Gaststätte werden. Alte Bilder und Ansichtskarten zeigen, dass dieses Areal einst einen förmlicheren Charakter mit Rosenrabatten hatte. Würde dieser wiederhergestellt, ergebe sich auch förmlicher Rahmen für das geplante Heinrich-Denkmal, das ebenfalls in diese Ecke des Burgbergs kommen soll. Denkbar sei es auch dieses auf einen großen Sockel zu stellen, damit Heinrich die Elbe überblicken kann und von Weitem gesehen wird. Große Begeisterung löste dieser Vorschlag im Ausschuss jedoch nicht aus. Man habe sich für einen großen Feldstein entschieden. Es solle keine Stelle der „Anbetung“ werden.

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