„Zwei Stunden gekämpft“

Anglerglück: 73-Kilo-Süßwasserriesen in Werben aus der Elbe gezogen

Sportlicher Fang: Josef Wagner-Sodkowski (62) aus Bad Harzburg neben dem 2,35 Meter-Wels.
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Sportlicher Fang: Josef Wagner-Sodkowski (62) aus Bad Harzburg neben dem 2,35 Meter-Wels.

Werben – Eine mutmaßliche Nachfahrin von Bundesgartenschau-Maskottchen „Wilma Welms“ hat ein sportlicher Niedersachse am Dienstagmorgen, punkt 5. 15 Uhr, aus dem Elbwasser des Werbener Buhnenhakens gezogen.

„Ich habe zwei Stunden gekämpft“, berichtet Josef Wagner-Sodkowski wenige Stunden nach seinem bislang größten Fang des Jahres.

Das leibhaftige Großmaul-Weibchen mit seinen markanten Bartfäden und den nach hinten gerichteten, sogenannten Hechelzähnen, bringe stolze 73 Kilo auf die Waage und sei beachtliche 2,35 Meter lang gewesen, benennt der passionierte Angler am AZ-Telefon die Daten des da schon portionierten Süßwasserriesen.

Wagner-Sodkowski lebt in Bad Harzburg und hat in der kleinen Hansestadt einen Zweitwohnsitz. Die Entwicklung des „kleinen Städtchens“ gefalle ihm, er unterstütze auch die Tagesstätte „Storchennest“ und sei an einer Sponsoraktion beim Streichen des Werbener Schwimmbads beteiligt gewesen, erklärt der 62-Jährige. Sein jüngster Fang sei sein 15. Wels, den er in diesem Jahr in Werben an Land gezogen habe. Beim zeitintensiven Fangvorgang am Dienstagmorgen habe er ohne Handschuhe hantiert, berichtet das Mitglied des Angelsportvereins Werben. „Einen Wels muss man nicht betäuben, weil er keine Nerven hat und keine Schmerzen fühlen kann“, schildert er. Als sportlicher Zeitgenosse, der jahrelang die japanische Kampfkunst Aikido betrieben habe, sei ihm der kräftezehrende, stundenlange Fangprozess auch nicht schwergefallen.

Wie wichtig das Fangen der Süßwasserriesen in Bezug auf den Erhalt des Bestandes sei, habe sich auch am Mageninhalt gezeigt. Drei Aale, mehrere Karpfen und diverse Brassen habe der Fisch intus gehabt, als ihn der Angler zerteilt habe. 25 Kilo seiner Artgenossen vertilge ein Exemplar allein an einem Tag. „Die Weibchen wachsen ihr Leben lang“, verrät der Petrijünger kein Anglerlatein. Das Fleisch der Weibchen sei auch schmackhafter. Die Fische können nach Angaben von Experten bis zu fünf Meter groß und maximal 300 Kilo schwer werden. Im Schnitt sind Welse meist aber etwa 1,60 Meter lang.

„Der Wels ist ein Edelfisch“, stellt Wagner-Sodkowski klar. Er persönlich bevorzuge aufgrund der Herkunft eines Teils seiner Vorfahren die Zubereitung nach oberschlesischer Art. Dabei favorisiere er Gelee-Rezepte und die Zugabe bestimmter Kräuter. Das Filet sei rosa und sehe wie Thunfisch aus. Welsfleisch hat eine fischuntypische Konsistenz, die geschmacklich dem Kalbfleisch ähnelt.

„Man braucht Glück“, sagt der Angler wenige Stunden nach seinem jüngsten Fang. Für dieses Hobby stehe er gerne gern um 3 Uhr auf und das nicht nur, weil er von Haus Frühaufsteher sei. Dem Niedersachsen erfreue bei seinen regelmäßigen Aufenthalten in der nördlichsten Stadt der Verbandsgemeinde die Möglichkeit, „Natur genießen“ zu können. Und weil er sich für den Ort, in dem er so viel angenehme Zeit verbringen könne, engagieren wolle, habe er sich auch an jüngsten Einsätzen an der Alten Schule beteiligt, die der Verein Arbeitskreis Werbener Altstadt zur Revitalisierung des denkmalgeschützten Fachwerkgebäudes neben der Johanniskirche initiierte. VON ANTJE MAHRHOLD

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