Arbeitskreis beklagt Einnahmeverluste  /  Christmarkt im Dezember fraglich

Altstadt-Kümmerer legen in Werben wieder los

Die Alte Schule mit dem Biedermeier-Cafè soll zum Multifunktionshaus entwickelt werden.
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Die Alte Schule mit dem Biedermeier-Cafè soll zum Multifunktionshaus entwickelt werden.

Werben – „Wir wollen ja nicht meckern“, stehe der „Arbeitskreis Werbener Altstadt“ (AWA) im 17.  Jahr seiner Existenz zwar „recht gut da“. Dennoch kämpfe der Verein mit den Folgen der Corona-Pandemie, weil wichtige Einnahmen ausblieben.

Nach der Absage von bislang drei Großveranstaltungen – „Kultourspur“ des Wischevereins zu Pfingsten, Biedermeier-Sommer Anfang des Monats und Tag des offenen Denkmals im September – sei nach Angaben des AWA-Vorsitzenden Jochen Hufschmidt auch für den Advent kaum Besserung in Sicht.

„Dass der Christmarkt im Dezember stattfinden kann, glaube ich nicht“, berichtet der Wahl-Werbener mit rheinischen Wurzeln und SPD-Parteibuch am Dienstagnachmittag auf dem Hof des Köhlerhauses von Familie Gellerich, als mit Landtagsvizepräsident Wulf Gallert und Bundestagsmitglied Matthias Höhn zwei linkssozialistische Spitzenpolitiker zur Sommertour-Stippvisite in der kleinen Hansestadt zu Gast sind.

Aktuell erwarte der Vorstand einen Bewilligungsbescheid für Fördergeld aus dem Programm „Leader“ für den vierten Bauabschnitt der Sanierung der Alten Schule. In dem 1720 bis 1725 errichteten klassizistischen Fachwerkhaus hatte der AWA zu Pfingsten vor einem Jahr das Café Lämpel eröffnet. Zuletzt sind unter anderem Arbeiten zur Erneuerung der Fenster nach historischem Vorbild erfolgt. Rund 83 000 Euro soll dieser Abschnitt kosten, wofür 62 000 Euro aus dem EU-Fördertopf fließen, 10 000 Euro die Stiftung Denkmalschutz gibt und rund 11 000 Euro der AWA als Eigenmittel beisteuert, wie der Verein mitgeteilt hat.

Nach historischem Vorbild werden die Fenster saniert.

Seit 2004 kümmert sich das Bündnis engagierter Bürger um den Erhalt des Werbener Flächendenkmals Altstadt. Eine Vielzahl der zweistöckigen Fachwerk-Traufenhäuser ist mittlerweile saniert und wird von Großstädtern aus Berlin als Ferien- und Wochenenddomizil genutzt. Aktuell stehen aber noch etwa 40 Häuser leer und verfallen, einige befinden sich als Einzeldenkmale unter besonderem Schutz. Um die marode Substanz vor dem Abriss zu bewahren, plane der AWA auch an diesem Wochenende wieder einen Einsatz. Notsicherungsarbeiten seien an einem Objekt an der Langen Straße nötig, sagt Hufschmidt. Ziegel müssten runter und ein Blechdach drauf. So gebe es nicht nur dringenden Handlungsbedarf an städtischen Häusern, sondern zunehmend auch an Privatdomizilen ungeklärtem Eigentums. Anfragen Kaufwilliger gebe es einige, aber auch Käufer, die in ihre neuen Häuser nicht investierten. VON ANTJE MAHRHOLD

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