Verein kämpft um Nachwuchs / Wolf nur eine Sorge / Treffen in Iden richtet sich an breites Publikum

Altmark-Schäfer treiben ihren Berufsstand ins Rampenlicht

Schäfer messen sich auch in diesem Jahr.
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Schäfer messen sich auch in diesem Jahr.

Iden – „Wenn es doch nur allein der Wolf wäre. “ Die Schäfer in der Region haben gleich mehrere Sorgen und Nöte. Berufsschäfer Rüdiger Kassuhn aus Königsmark weiß das nur zu gut.

Ein ganzer Berufsstand kämpfe mehr denn je ums Überleben und bei der Nachwuchssuche drückt der Schuh mittlerweile immer stärker.

Dass diese Art der Tierhaltung nicht zuletzt Zukunft, Naturschutz und Heimat bedeute, soll einem möglichst breiten Publikum am 3. Oktober vor Augen geführt werden. Der Altmärkische Verein für Schafzucht und -haltung sowie die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau veranstalten den Schaftag in Iden.

Berufsschäfer gebe es in der gesamten Region vielleicht noch zwei Handvoll, der altmärkische Verein mit Andreas Schmidt an der Spitze zähle immerhin 54 Mitglieder. Fleisch, Wolle, Deich- und Landschaftspflege: Das Arbeitsfeld ist alt bekannt und längst eine Mischung aus Tradition und Moderne. Und überhaupt: „Wenn der Schäferberuf eingeht, stirbt auch die Artenvielfalt“, ist Kassuhn im Gespräch mit der AZ überzeugt. Die Herde ist mal hier, mal dort, hält das Gelände offen und vielfältig, zahlreiche Tiere und Pflanzen haben so ihren Lebensraum.

Das Programm am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, in und um den Schafstall ist bewusst breit aufgestellt. Herzstück ist das Leistungshüten, zwei Kollegen aus Brandenburg, einer aus Mecklenburg-Vorpommern und Kassuhn selbst treten in den Wettstreit und haben für den Parcours jeweils eine Stunde. Vor allem zwischen den Auftritten bleibt Zeit für anderes: Führungen über das Gelände werden angeboten. Die Hundestaffel aus Gardelegen zeigt ihr Können, auch die Spinnfrauen aus Brunau sind dabei. Für Speis und Trank der Gäste sei gesorgt. Natürlich darf auch eine Schafschur nicht fehlen und ein Fachmann zeigt, wie die Klauen der Tiere auf moderne Art und Weise geschnitten werden. Demonstriert wird auch der Aufbau eines Zaunes zur Abwehr des Wolfs.

Die schon traditionelle Veranstaltung der Schäfer beginnt um 10 Uhr in Iden und endet voraussichtlich gegen 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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