Askanier-Denkmal in der Altmark braucht noch länger als gedacht

Albrecht der Bär bleibt heimatlos

Albrecht der Bär in der Zitadelle Spandau: Das altmärkische Denkmal soll dem in Berlin ähnlich sein. Heimatbund und Arbeitskreis in Werben haben sich nicht durchsetzen können. Weil der Anlauf in Werben gescheitert ist, soll es eine Alternative geben. Wo das Denkmal seinen Platz finden soll, ist mindestens noch nicht spruchreif.
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Albrecht der Bär in der Zitadelle Spandau: Das altmärkische Denkmal soll dem in Berlin ähnlich sein. Heimatbund und Arbeitskreis in Werben haben sich nicht durchsetzen können. Weil der Anlauf in Werben gescheitert ist, soll es eine Alternative geben. Wo das Denkmal seinen Platz finden soll, ist mindestens noch nicht spruchreif.

Werben / Gladigau – Albrecht der Bär oder besser, das umstrittene Denkmal, welches in der Altmark an den Askanierfürsten erinnern soll, bleibt weiterhin heimatlos.

Im September hatte Norbert Lazay der AZ gesagt, vielleicht ja schon einen Monat später etwas Greifbares öffentlich verkünden zu können.

Doch nein, nach der Abfuhr in Werben wenige Monate zuvor scheint ein Standort mindestens noch nicht in Stein gemeißelt. „Es gibt konkrete Ideen, wir arbeiten daran. “ Offenkundig sind die Hürden nicht unbedingt weniger geworden und es braucht einen langen Atem. „Wir reden, Stand jetzt, über zwei, drei Jahre, bis es steht. “.

Norbert Lazay, Heimatfreund.

Lazay, Pfarrer aus Gladigau und Vorsitzender des Altmärkischen Heimatbundes, hat so seine Vorstellungen. „Ich denke, das Denkmal gehört in die Altmark, wo auch immer genau es seinen Platz finden wird.“ Und: „Es gibt dieses Denkmal oder keines, das ist die Bedingung, wo auch immer es letztendlich aufgestellt wird.“ Selbst auf einen der beiden altmärkischen Landkreise will sich Lazay nicht festnageln lassen. Einiges scheint auf Stendal hinauszulaufen, aber auch Osterburg könnte das Rennen machen, vielleicht ja auch Tangermünde oder im Westen Salzwedel oder Gardelegen oder ein ganz anderer Ort.

Albrecht der Bär widmete sich nicht zuletzt in späteren Lebzeiten der Altmark, fast überall hinterließ er seine Spuren. Wer es nicht weiß: Stendal stattete er mit dem Marktrecht aus. Das Justizzentrum in der ostaltmärkischen Kreisstadt trägt seinen Namen, in Osterburg gibt es das Markgraf-Albrecht-Gymnasium. Albrecht I. war reich an Titeln und Ländereien, verstorben ist er vermutlich im November 1170 in Stendal. Osterburg ist am 3. Oktober 1157 erstmals in einer Urkunde erwähnt worden, ausgestellt von Albrecht dem Bären. Und nicht zu vergessen: Es war dieser Askanier, der auch Werben das Stadtrecht verlieh.

Ein Denkmal hatte es früher schon einmal in Werben gegeben, das Geschenk eines Kaisers. Arbeitskreis und Heimatbund hatten engagiert für die Rückkehr des Fürsten gestritten, die Kritiker mindestens genauso dagegen. Letztgenannte halten ein Denkmal in dieser Form für aus der Zeit gefallen, zu martialisch und fehl am Platze. Von Kosten im unteren sechsstelligen Bereich war die Rede. Eine rund fünf Meter hohe Bronzestatue in Werben scheiterte nicht zuletzt an der grundsätzlichen Frage, inwieweit auch Fördergeld dafür ausgegeben werden dürfe und sollte oder eben nicht.

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