Hausarzt-Mangel: Hilferuf aus Klein Schwechten / Landrat will sich kümmern

„Liegt uns sehr am Herzen“

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Damit der Blutdruck stimmt, sind Kontrollen wichtig. Dafür fehlt es aber an genug Medizinern auf dem Land.

Klein Schwechten/Landkreis. „Unser Bürgermeister könnte seine Sprechstunde im Wartezimmer der Praxis Iden halten“, macht Dirk Zeidlers Vorgängerin wegen des Hausärztemangels beim Landrat Druck.

Gabriele Andert ist es als früheres Gemeindeoberhaupt von Klein Schwechten gewohnt, den Finger in die Wunde zu packen. Denn ihr einstiges Zuständigkeitsgebiet fühlt sich medizinisch abgeschlagen, da sich auch die Mitgliedsorte Häsewig und Ziegenhagen von den Praxisstandorten der größeren Nachbarorte wie Arneburg und Osterburg geografisch recht „dazwischen“ befinden.

Und weil es für die zu Arneburg-Goldbecks Mitgliedsgemeinde Rochau zählenden drei Orte anders als seit Januar 2014 mit dem Bürgerbus über den Verein „Miteinander-Füreinander“ im Werbener Verbandsgemeinde-Norden und mit dem EU-Projekt „Bürgerbus“ ab Donnerstag in Osterburg keine öffentlich geförderten Arztbesuch-Transporte gibt, beklagt Andert jüngst bei einem Treffen mit Stendals Kreisverwaltungschef: „Man kommt zu den Ärzten nach Arneburg, Iden und Rochau einfach nicht hin.“ Wenn wenigstens noch ein Mediziner in Goldbeck praktizieren würde, wäre den drei Orten schon geholfen. „Das liegt uns wirklich am Herzen“, schreibt Andert dem Landrat ins Aufgabenheft.

Carsten Wulfänger (CDU) sagt der engagierten Ex-Bürgermeisterin zu, dass er die Sorgen der Klein Schwechtener, Häsewiger und Ziegenhagener bei seinem Gespräch mit Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalts (KV) auf den Tisch bringen werde. Versprechen könne der Landrat aber nichts, zumal es zu dem Treffen mit den KV-Verantwortlichen gekommen sei, weil es in der Region neben Hausärzten auch an Kinderärzten mangele.

Und auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier interessiert sich für die Problematik. Er will bei seinem Antrittsbesuch Mitte nächster Woche bei einem Treffen im Jagdschloss Letzlingen mit Hausärzten über das Thema „Medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten“ diskutieren.

Von Antje Mahrhold

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