Anwohner um Zusatzkosten besorgt

Ärger um Abwasserkanal-Bau in Eichstedt: „Bürger sollen es ausbaden“

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Einfahrt nur über Holzbohlen: Weil zwischen dem neuen Belag der Langen Straße und der Gosse ein zu großer Höhenunterschied herrscht, sind teure Nacharbeiten nötig. Sie sollen rund 193.300 Euro kosten.

Eichstedt – Warnbaken-Alarm wegen Unfallgefahr auf der Langen Straße: Nach dem Bau des neuen Abwasserkanals sorgt ein unerwünschter Höhenunterschied zwischen dem neuen Belag und der Gosse in Eichstedt für Ärger – und für die große Sorge, dass Anwohner womöglich wegen Baupfusch finanziell belastet werden könnten.

Die Angelegenheit wird Thema sein, wenn der Gemeinderat um Bürgermeister Karlheinz Schwerin im „Dorfkrug“ tagt.

Das Gremium hatte zuletzt beschlossen, dass die ganze Breite der Langen Straße für rund 50.000 Euro neugemacht werden solle, wie ein Ratsmitglied der AZ berichtet. Inzwischen wurde auf der Strecke der Bitumen bereits auf ganzer Breite abgefräst. Dies habe allerdings nicht zum gewünschten Ergebnis geführt. Der Belag sei dort immer noch zu hoch, haben Anwohner beobachtet.

Nach dem maschinellen Aufbringen des neuen Bitumens habe der Belag nicht an die Gosse angeglichen werden können, weil dieser auf der ganzen Länge zu hoch sei. So wurden einige Auffahrten zu Grundstücken teils bereits mit Holzbohlen ausstaffiert, damit Fahrzeuge den ärgerlichen Höhenunterschied überhaupt passieren können.

Der Bau des neuen Abwasserkanals, mit dem die Gemeinde an das Klärwerk Stendal angeschlossen werden soll, erfolgt in Zuständigkeit des Wasserverbands Stendal-Osterburg (WVSO). Von dort sei jetzt für die Erneuerung der Gosse mit neuen Regeneinläufen und neuen Borden ein Angebot über rund 193.300 Euro eingereicht worden. Mit diesen Arbeiten könne der unerwünschte Höhenunterschied ausgeglichen werden, heißt es.

Deshalb rumort es kräftig unter den Anwohnern. Betroffene Grundstückseigentümer könnten gemäß Straßenausbaubeitragssatzung an den Kosten beteiligt werden. „Deshalb herrscht Unmut in Eichstedt, man ist der Meinung, die Baufirma hat Fehler begangen und die Bürger sollen es ausbaden“, sagt ein Anwohner der AZ.

Arneburg-Goldbecks Bauamtsleiterin hatte bereits in der Januar-Sitzung des Eichstedter Rats darauf hingewiesen, dass die bauausführende Firma schon zu Beginn der Arbeiten festgestellt habe, dass es mit den unterschiedlichen Höhen ein Problem gebe.

Dies sei im Vorfeld aber nicht erkennbar gewesen, sondern hätte nur durch eine präzise Vermessung festgestellt werden können. Insgesamt sei jedoch mit relativ geringem Finanzaufwand eine hochwertige Straße entstanden, die üblicherweise mindestens das Doppelte koste, hatte Simone Kuhlmann versucht, Trost zu spenden.

VON ANTJE MAHRHOLD

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