Initiative um Ex-Bürgermeister-Duo sammelt in Werben Unterschriften für Stadtoberhaupt Tacke

„Die Abwahl lähmt und spaltet“

Am 26. September will der Stadtrat die Abwahl beschließen. Dagegen macht seit Freitag eine Initiative mobil.

Werben. Neues Kapitel in der Abwahl von Bürgermeister Wolfgang Tacke: Seit Freitag sind mit Volkmar Haase (bis 2013 im Amt) und Jochen Hufschmidt (2016 Rücktritt) zwei Ex-Stadtoberhäupter „in allen Ortsteilen Werbens“ auf Unterschriftensammeltour, um den Stadtrat aufzufordern, „keinen Antrag auf Abwahl“ zu stellen.

Auf eineinhalb DIN-A4-Blättern begründen die beiden Erstunterzeichner das Motiv der Initiative „Werbener Wähler gegen den Stadtrat“.

Wolfgang Tacke.

Wie berichtet, hatte Michael Nix als Mitglied der stärksten Fraktion UWG am 5. September im Stadtrat die Abwahl beantragt. Den Antrag unterzeichneten bis auf Sven Deuschle alle UWG-Räte: Neben Wortführer Nix auch Bernd Schulze als Vize-Bürgermeister sowie Benjamin Melms, Doreen Behrens, Tina Reppenhagen, Kerstin Handge und Lutz Homann, der für Ex-Fraktionschefin Elisabeth Gellerich (Rücktritt) neu im Rat ist. Ebenfalls unterzeichnet haben Lothar Bahlke (Einzelbewerber) sowie Michael Schnelle und Torsten Schatz (CDU-Fraktion).

Zehn von zwölf Räten haben unterschrieben

Jochen Hufschmidt.

Nicht unterzeichnet hat auch Wolfgang Trösken (Bürger in Behrendorf), der bekanntlich im Dezember die Stichwahl gegen Tacke mit 273 zu 320 Stimmen verloren hatte. Somit haben zehn von zwölf Räten die Abwahl beantragt, die seit gestrigem Freitag als achter Punkt amtlich auf die Tagesordnung des Sonderstadtrates am 26. September gesetzt worden ist.

„Die Abwahl schädigt das Ansehen Werbens“

Volkmar Haase.

Nach Meinung der Initiative rechtfertigten nur „schwere Verfehlungen und Verletzungen von Dienstpflichten“ eine Abwahl. Der Antrag nach „neun Monaten im Amt“ schädige das Ansehen Werbens. Die Wähler hätten gewusst, das Tacke voll berufstätig ist“ und „überwiegend in Magdeburg lebt“. Sie hatten trotzdem ihn und nicht „seinen ortsansässigen Konkurrenten“ gewählt. Auch verbiete es sich, Tacke vorzuwerfen, dass er kurz nach seinem Antritt „mehrfach schwer erkrankt war“. Der 63-Jährige habe einen schweren Start gehabt, weswegen sein Stellvertreter „häufig Aufgaben übernehmen musste“.

Die Initiative vertritt die Meinung, dass „einige Stadträte dem neuen Bürgermeister keine Chance gegeben haben, in seinem schwierigen Amt anzukommen“, es entstehe der Eindruck, dass Tacke „aus dem Amt gejagt“ werden solle. So hätten „einige Stadträte“ bereits „die Vorgänger aus dem Amt gemobbt und zum Rücktritt veranlasst“, erwarten die Unterzeichner von den Werbener Stadtratsmitgliedern, „dass sie im Interesse Werbens und seiner Bürger konstruktiv und sachbezogen ihrer Aufgabe nachkommen“. Dazu gehöre ein respektvoller Umgang, denn die Verfasser der Unterschriftenaktion seien es „leid, immer wieder von Querelen und einem respektlosen Umgangston in der Presse zu lesen“. Sie erklären: „Ein Abwahlbeschluss im Stadtrat würde Werben lähmen und die Bürger weiter spalten. Bürgermeister und Stadträte haben öffentlich gelobt, zum Wohle Werbens zu handeln. Daran möchten wir erinnern.“ Und fordern den Stadtrat auf, „keinen Antrag auf Abwahl zu stellen“.

Von Antje Mahrhold

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare zu diesem Artikel