Ausbau der Amerikalinie: Lärmschutz hat Priorität

Zweites Gleis stößt auf offene Ohren

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Der Bahnübergang nahe Lübbars gehört zu den Bereichen, für die Lärmschutz gefordert wird. Die Deutsche Bahn kündigt eine Öffentlichkeitsoffensive an.

Arendsee. „Die Deutsche Bahn will verstärkt informieren und die Einwohner frühzeitig über Arbeiten an der Amerikalinie unterrichten“, fasste Bürgermeister Norman Klebe ein Gespräch mit dem Unternehmen zusammen.

Die Hauptarbeiten sollen demnach zwischen 2018 und 2025 erfolgen. Das Ziel ist klar: Mit einem durchgängigen zweiten Gleis soll der Güterverkehr verstärkt werden. Die Strecke bildet eine Schnittstelle zwischen den Häfen und dem Inland. 

Für die Kommune ist besonders der Abschnitt zwischen Salzwedel und Stendal interessant. „Bei uns gibt es auf 16 Kilometern bereits das zweite Gleis“, weiß das Stadtoberhaupt: Die Bautätigkeit wird sich in Grenzen halten. Problematischer wird die dauerhafte Belastung für manche Orte gesehen. Dazu gehören der Fleetmarker, Kerkauer und Rademiner Bereich. Sehr dicht und im zügigen Tempo passieren Züge zum Beispiel das kleine Dorf Lübbars. „Auf der neuen Strecke wird die maximale Geschwindigkeit bei 160 km/h liegen“, weiß Norman Klebe und setzt auf Lärmschutz: „Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Neben Wänden könnten auch Dämme aufgeschüttet werden. “ Er setzt auf einen regelmäßigen Austausch mit der Bahn. Bei den nächsten Runden sollen neben Fleetmarks Ortsbürgermeisterin Angelika Muhabbeck auch ihre Amtskollegen Michael Wrana (Kerkau) und Eckhard Kamieth (Rademin) mit dabei sein. In einigen Monaten will die Bahn zudem eine Einwohnversammlung speziell für die Einheitsgemeinde Arendsee organisieren. Diese soll auf Vorschlag von Norman Klebe in Fleetmark – vermutlich in der Turnhalle – stattfinden.

In der Vergangenheit lief die Zusammenarbeit zwischen Deutscher Bahn und altmärkischen Kommunen nicht immer optimal. In Pretzier gründete sich eine Bürgerinitiative, die an der Amerikalinie mehr Lärmschutz forderte. Die einst selbstständige Gemeinde Kerkau stritt sich jahrelang mit dem Unternehmen, da die Kosten für den Bahnübergang Lübbars, der die Hauptzufahrt zum Dorf darstellt, sehr hoch waren.

Von Christian Ziems

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