Gäste in Arendsee stehen vor verschlossenen Bedürfnisanstalten

Zwei neue Toiletten: Aber keiner kann hinein

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Oktober 2013: Offizielle Übergabe der Toilette am „Queen“-Anleger an der Stirnseite des Tauchclubs. Doch die WC in einem von Urlaubern sehr frequentierten Bereich sind geschlossen, weil diese nicht frostsicher sind.

Arendsee. Viele Jahre wurden sie schmerzlich vermisst: Ordentliche Toiletten, die einem Luftkurort würdig und auch zwingend notwendig sind, um den Titel „Luftkurort“ auch weiter zu behalten. Ab 2012 machte es das Förderprojekt „Leader“ möglich.

Zunächst wurde an der Toilette hinter dem Rathaus im Zentrum der Stadt begonnen. 2013 war diese fertig – die Kosten beliefen sich auf rund 57 000 Euro, an EU-Fördermitteln standen rund 30 000 Euro zur Verfügung. 2013 folgte dann auch die Herstellung der Toilettenanlage an der „Queen“-Anlegestelle. Die Kosten: rund 50 000 Euro, mit einer Förderung von ebenfalls rund 30 000 Euro. Mit großem Bahnhof wurden die Anlagen übergeben. Wichtig war dabei die Plakette, die zeigt, dass Steuermittel von EU-Bürgern darin verbaut wurden. Und: Damit das Haus hinter dem Rathaus nicht so unscheinbar wirkt und Gästen den Weg weist, wurden professionelle Sprayer geordert, die das Gebäude mit arendsee-typischen Motiven verzierten.

Doch die Gäste, die dringend einem Bedürfnis nachgehen müssen, stehen vor verschlossenen Türen. Weder die Anlage an der „Queen“ noch die Toilette im Zentrum ist offen. Die AZ fragte nach: Die Verantwortlichkeit für die Bedürfnisanstalt an der „Queen“ war gestern zunächst nicht geklärt, weil der GmbH-Chef Michael Meyer die Verantwortung von sich wies. Obwohl bei der Übergabe durch den Bürgermeister ganz klar erklärt wurde, dass die GmbH sich kümmere. „Wir können die Toiletten im Winter gar nicht öffnen, weil es keinen Frostschutz gibt“, macht Hauptamtsleiter Andreas Koch deutlich. Die GmbH sei somit nur in der Saison verantwortlich. Und was mit der modernisierten Anlage hinter dem Rathaus sei, wollte die AZ wissen. Die sei, so Koch, ebenfalls geschlossen, zum einem aus Kostengründen, zum anderen, „weil der Bedarf derzeit nicht da ist“. Außerdem sei bereits einiges gestohlen worden. In der Frostperiode werde nur zu Festen geöffnet, hieß es. Im Frühling würden beide Einrichtungen wieder geöffnet, kündigte Koch an.

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