Leppin muss acht Wochen mit Straßenbauarbeiten auf der B 190 leben / Wohin mit den Autos und Mülltonnen?

Zwei Abschnitte – und alles ist dicht

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Die B190 in der Ortslage Leppin soll ab dem 18. Juli für acht Wochen gesperrt werden. Für die Leppiner gelten innerörtliche Umleitungen – je nach Bauphase. Wird links gebaut (braun), geht es Richtung Süden (blau). Wird rechts gebaut, dann auf rot.

Leppin. Dass die Straße in Leppin saniert wird, das wissen die Einwohner schon lange. Doch nun, bevor es losgeht, interessierte rund 60 Leppiner: Was, wann, wo.

Und Michael Fuhrmann von der Landesstraßenbaubehörde erklärte das Vorhaben und versuchte, auf die Fragen der Einwohner eine Antwort zu finden. Dass diese nicht immer dem entsprach, was erwartet wurde, versteht sich angesichts der achtwöchigen tief greifenden Einschnitte in das Tagesgeschäft der Menschen von allein.

Die B190 in der Ortslage Leppin soll ab dem 18. Juli für acht Wochen gesperrt werden. Für die Leppiner gelten innerörtliche Umleitungen – je nach Bauphase. Wird links gebaut (braun), geht es Richtung Süden (blau). Wird rechts gebaut, dann auf rot.

Gebaut werden soll vom 18. Juli bis 14. September. In zwei Abschnitten – zunächst vom Ortsanfang aus Richtung Arendsee bis zur Einmündung der Neulinger Straße. Dann, ab 9. August, in Richtung Seehausen. Der längere und kompliziertere zweite Abschnitt hat es in sich. Dort soll auch die Regenwasserableitung auf rund 100 Metern ausgetauscht werden. Generell, so betonte der Fachmann, gehe es aber um die Fahrbahn selbst. Deckschicht und Tragschicht, in unterschiedlicher Beschaffenheit waren unter die Lupe genommen worden. Anhand von Bildern wurde der Zustand der Straße deutlich gemacht, was aber nur einige Zuhörer interessierte.

Denn es ging um andere Dinge, so um die Umleitungen. Und als die Straßen Hinter den Höfen ins Spiel kamen, gab es Vorbehalte. Die Straßen seien zu schmal, für Begegnungsverkehr nicht geeignet – doch Fuhrmann wurde nicht müde, den Leuten zu erklären, dass man ein Auge darauf habe – und eventuell auch Lichtsignalanlagen (Ampeln) einsetze. Dass auf den Wegen hinter den Höfen nicht geparkt werden könne, das sei klar, hieß es, nachdem Vertreter der landwirtschaftlichen Betriebe Bedenken angemeldet hatten, dass die überbreiten Maschinen sonst nicht passieren könnten.

Also, wenn im ersten Abschnitt gebaut wird, kommen die Leppiner nur über den südlichen Weg in Richtung Neulinger Straße, dann weiter nach Neulingen und Gagel, Dewitz, Lückstedt, Kossebau, Heiligenfelde nach Arendsee. Eine Weltreise, wie manche meinten. Aber das gelingt auch nur dann, wenn die Einwohner ihre Autos im Osten des Dorfes parken. „Was ist eigentlich, wenn etwas an den Autos ist?“, fragte eine besorgte Einwohnerin. Fuhrmann tat erstaunt und erklärte, dass man Autos ja versichert habe. Eine Antwort, die einem Autobesitzer, der seinen fahrbaren Untersatz auf dem eigen verschlossenen Hof parkt, nicht befriedigen konnte. Doch will er sein Auto nutzen, kommt er bei Arbeiten vor seinem Haus nicht vom Hof. Das machte Fuhrmann klar.

Wird am zweiten Abschnitt gebaut, können Leppiner, wenn sie ihren Pkw frühzeitig vom Hof genommen und im Dorf geparkt haben, über die nördliche Umleitung bis zur Harper Straße fahren – um dem kleinen Chaos in Richtung Arendsee zu entfliehen. Fahrten nach Arendsee und Seehausen – je nach Bauphase – können so zu enormem Mehraufwand führen.

Es gab rund eine Stunde Diskussion, da meldete Einwohner Heiko Barthel seine Bedenken an. Er warf der Landestraßenbaubehörde und den Planern vor, aus Kostengründen nur zwei Bauabschnitte ins Auge gefasst und die Einwohner vor vollendete Tatsachen gestellt zu haben. Drei Abschnitte hätten zu mehr Bewegungsfreiheit der Bürger führen können“, erklärte Barthel.

Doch Fuhrmann ließ sich nicht beirren, seinen Auftrag auszuführen. So gab es auch Aussagen zum überregionalen Verkehr. Autos und Lkw, die aus Richtung Wittenberge kommen, würden auf der B 189 an der Abfahrt Drüsedau über die Dörfer in Richtung Arendsee und weiter geschickt. Der Verkehr aus Richtung Süden wird von der B 189 über Krevese und Stapel geführt. Ziel sei es, auch den gesamten Lkw-Verkehr frühzeitig aus dem Raum Leppin zu verbannen.

Die Einwohner fragten weiter. „Was ist mit den Mülltonnen?“, wollten sie wissen. Die Tourenpläne werden verändert, hieß es. Darüber hinaus müssten die Mülltonnen, werden sie an bestimmten Stellplätzen abgeholt, mit Namen beschriftet werden, damit man sie wiederfinde. Post- und Paketdienste müssten mit der modernen Sackkarre durch den Ort ziehen, auch Pflegedienste „werden dann wohl mehr zu Fuß gehen müssen“, so Fuhrmann.

Generell bot er aber an, dass in vielen anderen Fragen, so beim täglichen Krankentransport, das Gespräch mit den Verantwortlichen gesucht werden kann. „Es wird vieles geregelt, was geregelt werden kann“, sagte der Mann von der Landesstraßenbaubehörde. Und kündigte im Vorfeld der Baumaßnahme Infoblätter für die Einwohner an: So in Sachen Mülltransport und Busfahrplan. Der Hinweis, alles stehe im Internet, wurde mit einem Raunen begleitet. Viele Menschen seien alt, hieß es. Und ohne Internet.

Von Harry Güssefeld

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