Klebe will „Riesenchance“ nutzen

Zweckverband Altmark verspricht ultraschnelles Internet

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„In den weißen Punkten wird der ZBA bauen, in den schwarzen dürfen wir nicht“, sagt Alexander Kluge.
  • VonArno Zähringer
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Ultraschnelles Internet soll es in Arendsee geben. Das verspricht der Zweckverband Breitband Altmark (ZBA). Allerdings nur, wenn eine Mindestakzeptanzquote von mehr als 50 Prozent erreicht wird.

Arendsee - Norman Klebe spricht von einer „Riesenchance, die sich Arendsee bietet“. Der Bürgermeister der Seestadt will sich diese Chance nicht entgehen lassen und hofft, dass die Anschlussquote erreicht wird und sich viele Arendseer beteiligen werden.

Grund für die bürgermeisterliche Freude ist die Ankündigung Alexander Kluges, Verbandsgeschäftsführer des Zweckverbandes Breitband Altmark (ZBA): „Wir müssen praktische und effektive Lösungen suchen, um die Region an die digitale Zukunft anzuschließen. Ich freue mich daher, zusammen mit den Mitarbeitern unseres Netzbetreibers der Stadt mitzuteilen, dass auch Arendsee nun die Chance für den Ausbau mit einem ultraschnellen Glasfasernetz erhält.“

Bislang sei die Stadt Arendsee wegen Förderbeschränkungen „digital abgehängt“ gewesen. Private Unternehmen hätten lediglich zögernd einen Ausbau der Stadt vollzogen und wenn, dann nur mit der „veralteten kupferbasierten Vectoring-Technologie. In Arendsee seien deshalb nur Bandbreiten von maximal 150 Mbit/s (Mega-Bit pro Sekunde) möglich. Doch der ZBA baue ein Glasfasernetz, das Bandbreiten jenseits der 1000 Mbit/s ermögliche. Momentan bekämen Kunden aus dem Netz des ZBA 500 Mbit/s auch in den Orten, in denen kein Unternehmen bauen würde. In Gesprächen mit privaten Unternehmen wollte Kluge sie vom eigenwirtschaftlichen Ausbau mit Glasfaser überzeugen. Lediglich die DNS:NET aus Berlin hätte ernst zu nehmende Absichten gezeigt.

Kluge rechnet mit dem Start der Arbeiten am Montag, 16. August, sagte er auf Anfrage der AZ. Er sei überzeugt, die verbliebenen schwarzen Flecken, also die unterversorgten Gebiete, zu schließen. Mit dem Netzbetreiber sei vereinbart worden, dass die gleiche Technologie wie beim ZBA zum Einsatz kommt – also Glasfaser bis ins Haus. Die Kunden aus Arendsee erhalten den Erstanschluss kostenlos, sofern sie sich rechtzeitig melden.

Der ZBA-Verbandsgeschäftsführer machte allerdings wie Klebe deutlich, dass eine Mindestakzeptanzquote von mehr als 50 Prozent für den Ausbau nötig ist. Erst wenn sie erreicht würde, rechne sich der Ausbau und könne je nach Fortschritt in anderen Orten vollzogen werden. Das finanzielle Engagement des ZBA bezifferte Alexander Kluge gegenüber der AZ auf „zwei bis drei Millionen Euro“.

Für Arendsees Bürgermeister Norman Klebe ist klar, dass „wir diese Anschlussquote brauchen“. Deshalb solle mit der Akquise nach der Bundestagswahl begonnen werden. Er hoffe, dass viele Bürger Arendsees und in den Ortschaften, die bislang nicht berücksichtigt werden konnten, mitmachen werden. Dies sei eine „große Chance, die wir nicht verstreichen lassen sollten“. Denn alle Bereiche würden vom ultraschnellen Internet profitieren: das Gewerbe, der Einzelhandel, die Gastronomie und natürlich auch der Tourismus. Denn: „Wir brauchen das digitale Zeitalter“, gibt sich Klebe optimistisch.

Das meint auch Alexander Kluge, der am Donnerstag gemeinsam mit Hardy Heine von DNS:NET, Ansprechpartner für den bundesweiten kommunalen Glasfaserausbau, Klebe im Rathaus informierte. „Wir müssen alle an einem Strang ziehen“, sagte Kluge der AZ. Und er sei „guter Dinge“, dass alles klappen wird. Zudem habe bereits in mehreren Orten der Altmark die Zusammenarbeit zwischen ZBA und privatem Telekommunikationsmarkt geklappt. So sei die notwendige Anschlussquote in Jübar, Immekath, Wallstawe und Kusey erreicht worden. Die Planungen für den Ausbau seien parallel zum Ausbau des ZBA im Gange.

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