Lustiges Volk steht im Lindenpark und wünscht sich nichts mehr als Strom

Der Zirkus ist da, doch die Freude getrübt

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Freuen sich auf ihre Shows: Mitglieder des Zirkus Moreno boten gestern eine kleine Show vor dem ersten großen Auftritt am morgigen Donnerstag. Mit dabei eine Eiskönigin, Cecile die Artistin sowie Gerardo und Patrick und ein Minion.

Arendsee. Zirkusluft am Lindenpark in Arendsee: Das große Zelt ist aufgebaut. Die Tiere machen einen fröhlichen Eindruck, auch die beiden Kamele Sultan und Kenia.

Elsa die Eiskönigin schlüpft schon mal in ihr Kostüm, und Cecile verbiegt sich, dass einem schon beim Zusehen die Knochen wehtun. Die lustige Truppe bereitet sich auf Vorstellungen in der Seestadt vor.

Zweimal war das fahrende Volk um seine Chefin Concita Moreno schon in Arendsee. Mit guten Erinnerungen. Damals, als sie kein Problem hatten, Strom zu bekommen. Denn der fehlt aktuell, produziert wird er mit Stromaggregaten. „Wir hatten hier immer Strom. Auch dank der Nachbarn, aber inzwischen gibt uns keiner mehr Strom, auch gegen Vorkasse nicht“, so die Zirkusleute.

Eine Nachfrage bei der Stadtverwaltung ergab, dass der Zirkus mit der Stadt einen Vertrag abgeschlossen hatte. Mit dem Inhalt, dass die Kommune keinen Strom zur Verfügung stellen könne. Und weiter: Es habe irgendwann eine Stromabnahmestelle für den Festplatz gegeben. Aber die sei von Vandalen zerstört und dann abgebaut worden, heißt es im Ordnungsamt. „Dem Zirkus war der Umstand bekannt“, so eine Mitarbeiterin.

Doch der Strom fehlt. Vor allem nachts, ein elf Monate altes Baby wohnt mit in den Wohnwagen. Es ist kalt, weil nachts die Aggregate nicht laufen dürfen. „Ich würde mich freuen, wenn es eine Lösung für uns gibt“, hofft die Zirkuschefin

Nach viermonatiger Winterpause wollen die Morenos wieder durchstarten. Die Vorstellungen beginnen am Donnerstag um 17 Uhr, dann zahlen Erwachsene Kinderpreise. Weiter geht es Freitag ab 17 Uhr mit dem Familientag. Am Sonnabend lädt der Zirkus ab 15 Uhr Kinder zum Mitmachen ein, und Sonntag um 11 Uhr haben Väter freien Eintritt. Dann Manege frei.

Von Harry Güssefeld

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