Haus mit Tradition bleibt in der Familie

Zießauer Pension „Banni“ wird nun von Tochter Rena geleitet

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Rena Bannehr ist neue Chefin der Pension in Zießau. Dietrich Bannehr, auch „Banni“ genannt, hat das Haus seiner Tochter übergeben, um es als Herberge für Urlauber und Durchreisende zu führen.

Zießau. Im Frühstücksraum ist alles für die Gäste angerichtet. Auch der Mann von der AZ bekommt einen Kaffee, serviert von Rena Bannehr. Bannehr – den Namen kennen viele, aber noch mehr „Banni“.

Denn Rena Bannehr ist die Tochter von Dietrich Bannehr, dem Mann in Zießau, den viele kennen und der die jüngste Geschichte des Ortes auch in Sachen Gastronomie mitgeschrieben hat.

„Banni“, wie ihn Freunde und Weggefährten nennen, hat inzwischen seine Pension „Banni“ an seine Tochter übergeben. „Ich bin nun in die Jahre gekommen, in denen ich mich mehr um mich, aber natürlich auch um meine Frau kümmern will“, erzählte „Banni“ gestern.

Es war 2000, als er die Pension gegenüber seiner Gaststätte – die auch bereits verpachtet ist – kaufen konnte. „1987 hatte meine Frau begonnen, die Gaststätte als Konsum-Einrichtung zu führen. 1988, als das alles mit der Wende noch gar nicht abzusehen war, habe ich meinen Job gekündigt, um meine Frau zu unterstützen“, sagt „Banni“. Nach der Wende wollte der Konsum zu viel Pacht, das Haus, das einst Menschen gehörte, die 1952 ausgesiedelt wurden, stand leer. Dietrich Bannehr bemühte sich nach der Wende um den Kauf, nahm Kontakt zu den einstigen Besitzern auf, die aber erst 1998 das Haus wieder zurückbekamen. 2000 wurde man sich einig, die heutige Pension ging in das Eigentum von „Banni“ über. „Dann begann der Umbau, im Mai 2001 kamen die ersten Gäste“, sagt „Banni“ heute noch stolz.

Seitdem sind unzählige Menschen dort eingekehrt. Urlauber vornehmlich, heute sind es auch Arbeiter, die auf Montage unterwegs sind oder auch Jäger. Wie aus Bochum, die seit nunmehr 15 Jahren immer wieder nach Zießau kommen.

Kommen können sie heute alle, denn Zießau liegt nicht mehr im Sperrgebiet. Und so lebt Zießau heute auch vom Tourismus am Arendsee. „Früher war das anders. Hier, in der Pension, wurde der Saal fast ausschließlich für Leute von hier und Grenztruppen genutzt“, erinnert sich der Zießauer Bannehr. Auch die Feste wie Klein Pfingsten wurden im Kreis der Dorfbewohner mit einigen wenigen, die Passierscheine hatten, gefeiert. Schön war es auch, aber eben anders, sagt er.

Dass die Pension in Familienhand bleibt, darüber freut sich Dietrich Bannehr. Und erkundigt sich gleich bei den Gästen, ob alles funktioniert. So ist er – seine Tochter nimmt es mit Humor.

Das Haus wurde einst 1927 gebaut. Ginge es nach „Banni“, soll es noch lange stehen, lange noch eine Herberge für Urlauber und Durchreisende sein. Denn er hält auch gern einen Plausch mit allen, die etwas Zeit haben.

Von Harry Güssefeld

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