Ein Leitfaden für Solarparks

Wunsch in Arendsee, einheitliche Richtlinien für Photovoltaik zu entwickeln

Solarpanele unter blauem Himmel
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Solarpanele
  • Jens Heymann
    vonJens Heymann
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Das Thema Bau von Solarparks kocht derzeit an vielen Orten in der Altmark hoch. Die Einheitsgemeinde Arendsee ist da keine Ausnahme. Pläne für Photovoltaik gibt es unter anderem in Lüge, Schernikau und Rademin.

Arendsee – Verwaltung und Politik müssen sich also tendenziell immer häufiger mit derlei Materie befassen. Und beide wissen: Solaranlagen stoßen häufig nicht auf ungeteilte Gegenliebe bei den betroffenen Einwohnern.

In der Einheitsgemeinde deutet sich nun eine Reaktion an. Mit einer Art Leitfaden sollen Entscheidungsträger ein Instrument in der Hand halten. Damit könnte etwa schon im Vorfeld eines Antrags abgeschätzt werden, wie groß die Erfolgschancen für die Realisierung eines Solarparks sind. Also ob ein entsprechendes Bauvorhaben weitergereicht oder möglicherweise gleich blockiert wird. Welche Kriterien dort dann den Ausschlag geben, solle der Stadtrat in einem Grundsatzbeschluss für sich festlegen, deutet Arendsees Bürgermeister Norman Klebe die weitere Entwicklung an. Die Verwaltung selbst wolle bereits zum nächsten Bauausschuss eine Vorarbeit leisten, erklärte der Stadtchef gegen Ende der zurückliegenden Sitzung des Gremiums. Parallel werde geprüft, ob ein Leitfaden rechtlich standhielte.

Aber welche Kriterien könnten für oder gegen eine Photovoltaikanlage sprechen? Im jüngsten Bauausschuss wurde beispielsweise die Bodenqualität erwähnt (sogenannte Bodenpunkte). Ist ein Acker quasi nur noch Staub, fällt die Entscheidung sicherlich leichter. Wer im Internet recherchiert, stößt je nach Quelle auf einen Grenzwert zwischen 20 und 30 Bodenpunkten. Eine Karte mit diesen Werten für die Einheitsgemeinde Arendsee gebe es, so Norman Klebe.

Der Landesbauernverband hat im Herbst des vergangenen Jahres ein Positionspapier aufgesetzt, das sich mit der Photovoltaikproblematik auseinandersetzt. So sollten Einzelanlagen (davon gibt es verschiedene Arten) nicht größer als 20 Megawatt sein. Zum Vergleich: Der bei Maxdorf (Salzwedel) geplante Park umfasst rund 50 Megawatt. Ein weiteres Kriterium könnte die mit Solarmodulen belegte Fläche pro Gemarkung sein, beispielsweise maximal fünf Prozent. Der Stadtrat könnte außerdem eine örtliche Niederlassung des Betreibers zur Voraussetzung zu machen, damit Steuereinnahmen generiert werden. Nicht zu unterschätzen ist zudem das Votum des Ortschaftsrates. Der Bauernverband empfiehlt weiter, dass die Beeinträchtigung der Landschaft weitestgehend vermieden wird. Möglichkeiten gibt es also viele.

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