Ausgehöhltes Tier im Wald entdeckt

Beim gestrigen Spaziergang am Leppiner Ortsrand: Wölfe sorgen für Unruhe

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Am Hals sind Bisspuren zu sehen. Diese befinden sich an der Kehle. Dies ist ein Hinweis darauf, dass Wölfe das Dammwild zur Strecke gebracht haben könnten.

Leppin. Wölfe seien im Bereich Leppin und den Nachbardörfern bis nach Arendsee schon öfter gesehen worden und inzwischen nichts Ungewöhnliches mehr. Doch was Angela Bolle gestern passierte, sorgt für Unruhe.

Das getötete Tier wurde vermutlich von der freien Fläche nahe Leppin in ein Waldstück gejagt, ist dort ins Stolpern geraten und hatte dann keine Chance mehr.

Sie ging wie so oft mit dem Familienhund im Wald in Richtung Höwisch nahe des Leppiner Ortsrandes, nahm aber diesmal eine etwas andere Strecke. Plötzlich sah sie ein Tier im Gras liegen. Der Anblick kam ihr komisch vor, sie erzählte ihrem Mann Bernd von dem Erlebnis. Der sah sich das Dammwild genauer und vermutete gleich einen Wolfsriss. Er holte sich Rat von Fachleuten. So wurde auch der zuständige Jäger Mario Schwarz informiert.

Zeugnisse der Jagd sind im Gras zu sehen. Dazu gehört auch eine Kotspur, die wohl in Panik entstand.

Es gebe mehrere Hinweise, dass der Wolf – vermutlich sogar zwei – das Tier gejagt und getötet hat. So sind zum Beispiel am Hals Spuren eines Kehlbisses zu erkennen. Auch ein Ohr wurde abgerissen und der Körper zum Größtenteil ausgehöhlt, aber nicht komplett. „Vielleicht kommen die Wölfe in der Nacht wieder“, vermutet der Leppiner.

Ihn geht es darum, die Sache bekannt zu machen, um andere Einwohner zu warnen. Denn das Waldstück ist beliebt für Spaziergänge. „Wenn ich daran denke, dass vielleicht eine Mutter mit Kinderwagen dort entlang spaziert und auf Wölfe trifft, ist Vorsicht geboten“, machte Bernd Bolle gestern Nachmittag deutlich. Alte Horrorgeschichten und Sagen will er dabei gar nicht in den Mittelpunkt rücken. Aber das Verhalten der Wölfe habe sich geändert. Die Scheu vor Menschen nehme immer mehr ab, die Tiere kommen näher an besiedeltes Gebiet. „Mit Blick auf die ganze Entwicklung wünsche ich mir, dass die Fachleute ihr Handeln beim Umgang mit den Wölfen gründlich überdenken“, ist der Leppiner überzeugt, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen. Es gehe ihm vor allem darum, dass die Tiere wieder mehr Scheu entwickeln und somit Menschen ausweichen. Damit sinke auch das Risiko von Problemen.

Von Christian Ziems

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