Drei Raubtiere tags zuvor beobachtet

Wölfe rissen in Rademin Schafe: Vier von 70 – der Tod kam nachts

Die Schafe in Rademin sind eng zusammengerückt. Es scheint, sie haben den Angriff auf ihre Herde nicht vergessen.
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Die Schafe in Rademin sind eng zusammengerückt. Es scheint, sie haben den Angriff auf ihre Herde nicht vergessen.

Rademin – Auf der Wiese in Rademin, am Ortsausgang in Richtung Ladekath, herrschte gestern Ruhe. Mutterschafe und Lämmer grasten friedlich. Doch das war vor einer Woche ganz anders.

Wie gestern zu erfahren war, hatte ein Wolf – davon geht der Eigentümer aus, der nicht genannt werden möchte – drei Schafe und ein Lamm gerissen.

Der Anruf bei der AZ kam von Lothar Holst in Fleetmark. Er erklärte, dass am Vorabend der mörderischen Tat drei ausgewachsene Wölfe beobachtet worden seien, die in unmittelbarer Nähe eine Rinderherde in derartige Unruhe gebracht hätten, dass „die Tiere wild umherliefen und Krach machten“. „Es könnte sich also um die Tiere handeln, die auch die Schafherde angegriffen haben“, so Lothar Holst, der selbst Jäger ist. Und im Gespräch mit der AZ lässt er durchblicken, dass er für den kontrollierten Abschuss des Wolfes ist. „Man schaut von oben zu, wie die Leute unten klarkommen müssen“, sagt der Jäger. Und die Entschädigungen für die Schäfer, wenn sie denn fließen, müsse der Steuerzahler leisten. Zur Erinnerung: Schon vor wenigen Tagen hatte Arendsees Stadtrat Jens Reichardt gefordert, den Wolf zu bejagen (wir berichteten).

Vielleicht wäre der Wolfsangriff in Rademin nicht erfolgt, wenn die Schafe wie sonst auf die andere Seite der Straße getrieben worden wären, sagt der Eigentümer. Doch das sei auch nur eine Vermutung. Vor einigen Jahren war schon einmal ein Tier aus seiner Herde auf der anderen, dem Ort mehr zugewandten Seite Opfer eines Wolfs geworden.

Im aktuellen Fall liegt die offizielle Bestätigung, dass es ein oder mehrere Wölfe waren, noch nicht vor. Zweifel daran bestehen aber nicht. Der Schäfer war gestern froh, dass es nicht noch mehr seiner rund 70 Tiere getroffen hat. Er erzählte auch von dem hohen Aufwand, den Schäfer leisten müssen, um die Herden zu schützen. Mit Schafzucht werde auch Geld verdient, sagt er. Aber reich werde niemand.

Der Herde in Rademin sei nur zu wünschen, dass ungebetener und hungriger Besuch von Wölfen ausbleibt. Doch Tiere halten sich nun mal nicht an die Corona-Hygieneregeln.

VON HARRY GÜSSEFELD

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