Kontroverse Diskussion im Bauausschuss / Verwaltung sieht Uneffektivität

Wirtschaftshof auf dem Prüfstand, oder nicht?

Der Wirtschaftshof der Stadt Arendsee verschlingt jedes Jahr rund 500 000 Euro. Dafür sei er zu uneffektiv, heißt es aus der Verwaltung. Die Stadt kann das Problem selbst nicht lösen und will die Abteilung extern überprüfen lassen. Foto: Güssefeld

Arendsee. Der Wirtschaftshof arbeitet nicht rentabel. Um das zu untersuchen und Wege aufgezeigt zu bekommen, wie es anders geht, will die Stadt eine Studie anfertigen lassen.

Das heißt: Ein Unternehmen wird sich im Wirtschaftshof mit Mitarbeitern auf die Arbeitswege begeben, um sich einen Überblick zu verschaffen und Schlussfolgerungen zu ziehen – soweit die Überlegungen im Arendseer Rathaus. Die Studie wird mindestens 8200 Euro kosten. Das Geld soll in den Haushalt eingearbeitet werden. Darüber hatte der Bauausschuss am Montagabend zu befinden.

Aber es zeigte sich, dass das Vorhaben nicht bei allen Ausschussmitgliedern und anwesenden Stadträten auf fruchtbaren Boden fällt. Auch, weil Bauamtsleiter Gert Reckling einen Grund schon selbst benannte – die schlechte technische Ausrüstung des Wirtschaftshofes, der seit dem 1. Oktober mit Arbeiten im gesamten Stadtgebiet betraut und bei saisonabhängigen Arbeiten, wie dem Laubabfahren in den Ortsteilen überfordert sei.

„Wenn wir wissen, was die Gründe sind, dann brauchen wir niemanden, der uns das sagt“, so Stadtrat Thomas Schlicke. Jörg Benecke machte auf den Preis der Studie aufmerksam, auf die rund 8000 Euro. „Da ist ein Passus drin, nach tatsächlichem Aufwand, und darauf will ich nur verweisen“, so Benecke. Der Mechauer Hartmut Baier setzte noch eines drauf: „Für die 8200 Euro sollten wir notwendige Technik kaufen statt einen Gutachter zu bezahlen“, forderte er. Arendsees Altbürgermeister Klaus Führ will das Geld unter „Strukturverbesserung“ einplanen lassen, damit es dann auch für andere Dinge ausgegeben werden kann, wie es hieß.

Bauamtsleiter Gert Reckling kann sich mit den Gegnern des Gutachtens nicht anfreunden. „Hier drückt man sich vor der Verantwortung, die ganze Sache aus einer anderen Perspektive beleuchten zu lassen“, so Reckling. Der Kompromiss am Montagabend: Es soll noch einmal eine Arbeitsberatung stattfinden um zu entscheiden, ob es ein Gutachten geben soll oder nicht. Stadtrat Uwe Walter forderte gar personelle Veränderungen im Wirtschaftshof, um effektiver zu arbeiten – Stadtrat Jörg Martin sieht in einer Kombination Luftkurort-GmbH plus Wirtschaftshof die Lösung.

Klaus Führ appellierte an die Verwaltung, sich einen Überblick zu verschaffen, welche Grünflächen tatsächlich in den Verantwortungsbereich der Stadt fallen, weil seiner Ansicht nach auch andere Flächen gepflegt werden.

Derzeit werden rund 500 000 Euro jährlich für den Wirtschaftshof ausgegeben. „Wir sollten das Gutachten bezahlen, wenn wir danach effektiver sind und viel mehr sparen als wir bezahlt haben“, so Reckling. Der Ausschuss sieht das derzeit noch anders.

Von Harry Güssefeld

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