Wirtschaftshof kann Aufgaben kaum noch erfüllen / Politiker wollen Zahlen

Sorge um die Sauberkeit

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Der alte Traktor – hier beim Laubeinsatz im November – gibt immer wieder den Geist auf. Die Reparaturkosten im Wirtschaftshof sind 2013 um etwa 15 000 Euro gestiegen und liegen bei knapp 50 000 Euro.

Arendsee. Volle Laubsäcke hingen wochenlang in einigen Dörfern, da der alte Traktor des Wirtschaftshofes kaputt war und repariert werden musste. Nicht nur dieses Gerät ist marode – der Wirtschaftshof kann seine Aufgaben kaum noch erfüllen.

Mehrere Stadträte sehen „dringenden Handlungsbedarf“ und machten dies während des Bauausschusses deutlich.

„Wir können den Winterdienst nicht mit der Schubkarre machen“, formulierte es Stadtrat Uwe Walter. Der Blick auf die bevorstehende Saison bereitet nicht nur dem Vorsitzenden des Tourismusausschusses Sorgen. „Wir sind nun einmal eine Urlauberregion. Wenn zum Beispiel der Seeweg nicht ordentlich ist, bekommen wir Probleme“, ist sich Stadtrat Hans-Georg Kempcke sicher. Aber: Um Entscheidungen treffen zu können, fehlt es den Kommunalpolitikern an Zahlen.

Stadtrat Jörg Benecke fordert Kostenangaben für Arbeiten, die auch von Firmen übernommen werden könnten. Und zwar im Vergleich zum Wirtschaftshof, der Tätigkeiten wie Winterdienste und Laubkehren in öffentlichen Bereichen derzeit übernimmt. Die Zahlen sollen während einer Sondersitzung des Bauausschusses im Februar vorgestellt werden.

Dann möchten die Stadträte von Mitarbeitern des Wirtschaftshofes auch wissen, ob sie mit der jetzigen Technik in der Lage sind den Urlauberort auch 2014 für die Tourismussaison auf Vordermann zu bringen. Wenn nicht, könnte es durch das Anmieten von Geräten eine kurzfristige Lösung geben. Ein Neukauf kann sich die Einheitsgemeinde derzeit nicht leisten. Darum kommen wieder Firmen ins Spiel, die Aufgaben übernehmen sollen. Dies wird in einigen Ortsteilen bereits getestet. Die nötigen Gelder dafür könnten frei werden, wenn Mitarbeiter des Wirtschaftshofes in den nächsten Jahren planmäßig in Rente gehen.

Bauamtsleiter Gert Reckling betonte, dass aber niemand entlassen werde. Er stellte mit Blick in den Haushalt fest, dass die Reperaturkosten immer mehr ansteigen. 2013 wurden 35 000 Euro eingeplant, knapp 50 000 Euro waren aber nötig. Insbesondere der Traktor streikt immer wieder.

Die Parzellen am Seeweg waren während des Bauausschusses kein Thema. Doch nach Recherchen der AZ gibt es Unmut bei Besitzern. Diese müssen dafür bezahlen, dass die Stadt den Weg sauber hält. Riesige Laubberge lagen 2013 viele Wochen herum und wurden vom Wirtschaftshof nicht abgefahren.

Von Christian Ziems

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