Wird aus dem Jugendklub bald ein Wanderzirkus?

Uli Kirsch (Mitte), Jugendklubleiter in Arendsee, hält nichts von der Idee, mit seiner Jugendarbeit über die Dörfer zu ziehen. Projektarbeit wie das Videodrehen sei nur an einem angestammten Ort möglich, den die Jugendlichen auch annehmen. Foto: Archiv/hey

Arendsee. Dass der Sozialauschussvorsitzende Thomas Schlicke so seine Probleme mit dem Jugendklub in Arendsee hat, ist hinlänglich bekannt. Erst während der jüngsten Ausschusssitzung am Mittwoch in Arendsee hatte er massiv kritisiert, dass Jugendklubleiter Uli Kirsch nicht anwesend war, um das vom Ausschuss geforderte Konzept für die Einrichtung zu präsentieren. Klubmitarbeiterin Sabine Conrad war es dann, die mit ihrer Kollegin anwesend war, um das Konzept auf einen DIN-A5-Zettel zu präsentieren. Ausgewertet wurde es nicht mehr. Warum denn Uli Kirsch nicht anwesend sei, obwohl er dazu aufgefordert worden war, wollte Schlicke von den beiden Frauen wissen. „Er hat keine Einladung erhalten“, so die Frauen. Das habe Konsequenzen, kündigte Schlicke an. Welche das seien, wollte die Altmark-Zeitung gestern wissen. „Wir müssen ein längerfristiges Konzept haben, um die jungen Leute für den Klub zu begeistern“, so Schlicke.

War der Klub in der Vergangenheit auch von Schülern immer wieder eingefordert worden, zeigen nur noch wenige Interesse an einer Klubarbeit. Ein Grund dafür könnte der ständige Wechsel der Örtlichkeit sein, vermutet auch Schlicke. Vom Café am Markt hin zum örtlichen Ferienlager, dann wieder zurück zum Café am Markt, wo auch bald wieder Schluss ist – der Sozialausschussvorsitzende hatte gestern erklärt, dass das von Bürgermeister Norman Klebe favorisierte „Haus des Gastes“ keine Alternative sei. „Wenn, dann nur in den oberen Räumen, und die sind vom Tourismusverein und von der Luftkurort-Arendsee-GmbH belegt“, so Schlicke. Und er wartete gestern erstmals mit der Idee auf, dass der Jugendklub über die Dörfer ziehen sollte. Montags in Kleinau, dienstags in Kläden, mittwochs in Kerkau ... Also raus aus Arendsee?, wollte die AZ wissen. „Ich sehe die Möglichkeit, dennoch muss das aber in den Gremien durchgesprochen werden“, so Schlicke. In die Sache Jugendklub kommt keine Ruhe. Der Altmark-Zeitung wurde bekannt, dass es Bestrebungen einiger Jugendlicher gibt, am Mittwoch, 28. Juli, für ihren Klub und ein ständiges, ordentliches Domizil in Arendsee zu demonstrieren. Da dürfte die Idee des Wanderzirkusses noch Öl ins Feuer geben, hieß es aus den Reihen der potenziellen Demonstranten gestern.

Uli Kirsch gestern zu den Ideen: „Ich halte nichts davon, über die Dörfer zu reisen. Das ist der Idee eines Jugendklubs, den die Mädchen und Jungen sich wünschen, abträglich“, so der Chef. Schlicke hatte ihm gestern Nachmittag das Vorhaben erläutert.

Von Harry Güssefeld

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