Schweinemast: Bürgermeister ist über Landesverwaltungsamt verwundert

„Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt“

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Protest gegen die Schweinemastanlage Binde im Sommer 2011: Altmärker unterstützten die Teilnehmer der Tour de Nature, die an der Anlage gestoppt hatte. Die Aktionen sollen auch nach der Legalisierung der Anlage fortgesetzt werden.

Arendsee. Mit der Ankündigung des Landesverwaltungsamtes, die Anlagen, auch die einst illegalen, auf dem Gelände der Schweinemast in Binde zu legalisieren, herrscht gespannte Unruhe auch im Verwaltungsamt Arendsee.

„Wir fühlen uns überfahren, zumal wir erwartet hätten, dass wir in den Entscheidungsprozess einbezogen werden sollten“, so Arendsees Bürgermeister Norman Klebe gegenüber der AZ.

Den Sinneswandel im Landesverwaltungsamt verstehen auch die Mitglieder der BI Binde nicht. „Am Tor gab es ein Interview, und dort war sogar von Stilllegung und Schweineabtransport die Rede, wir haben uns doch nicht verhört“, so Petra Hennigs von der BI.

Mit etwas Unverständnis wurde dann kurze Zeit später auf die Reaktion des LVA reagiert, dass nur „einige Anlagen stillgelegt werden könnten, unter anderem die Biogasanlage“. Das Zurückrudern war wohl bemerkt worden. „Wir müssen aber angesichts der Totalfreigabe der Schweinemastanlagen wachsam sein und handeln“, gab Petra Hennigs die Devise aus. Dennoch wolle sie sich erst wieder in Kürze äußern. Nach der Konsultation ihres Anwaltes, der die BI unterstützt und ihr immer wieder Mut gemacht hatte, dem unkontrollierten Treiben an der Straße nach Schernikau nicht einfach zuzusehen.

Die BI hat Mitstreiter. Prominentester dürfte der gesamte Stadtrat gewesen sein, der sich gegen eine Erweiterung der Anlage und für den Rückbau der illegal errichteten Bauten stark gemacht hatte. Auch die Tour de Nature führte im Sommer 2011 an der Anlage vorbei. Bei einem Halt hatten Menschen aus ganz Europa gegen die Schweinemast und die Konzentration zigtausender Tiere an einem Fleck demonstriert.

Von Harry Güssefeld

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