Gebhard Wolf sieht Tourismusverein durch die Stadt verunglimpft

„Wir haben uns nichts vorzuwerfen“

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Gebhard Wolf an der Statue von Gustav Nagel: Er ärgert sich über die Gründe, die seitens der Stadt zum Austritt aus dem Tourismusverein angegeben wurden. Seiner Ansicht nach stärke die Kommune nicht genügend das Ehrenamt. Daran ändere auch das geplante Vereinsbudget nichts.

Arendsee. Zu wenige ehrenamtliche Aktivitäten und Unklarheiten bei Punkten wie Mitgliederversammlungen mit Wahlen und finanziellen Details: Dies gab die Stadt unter anderem als Gründe an, um ihre Mitgliedschaft im Tourismusverein zu kündigen (wir berichteten).

„Das ist eine Frechheit. Wir haben uns nichts vorzuwerfen“, findet Vorsitzender Gebhard Wolf deutliche Worte und ergänzt: „Natürlich kann jeder die Mitgliedschaft kündigen. Aber die Aussagen stimmen so nicht.“

Bürgermeister Norman Klebe bezog in der vergangenen Wochen öffentlich Stellung zum Austritt. Das will Gebhard Wolf nicht so stehen lassen und suchte das Gespräch mit der Altmark-Zeitung, um die Sicht des Vereins ebenfalls öffentlich zu machen. Anhand von Protokollen sowie Papieren seitens Steuerbüro und Finanzamt lasse sich alles nachvollziehen. Auch vorgeschriebene Mitgliederversammlungen mit Wahlen habe es gegeben. Die Diskussion gibt es schon länger. Gebhard Wolf habe dem Stadtoberhaupt vor Monaten vorgeschlagen auszutreten: „Wir brauchen die Stadt nicht.“ Trotzdem stößt ihm sauer auf, dass die Kommune bereits seit zwei Jahren keinen Mitgliedsbeitrag mehr gezahlt habe. Der Rückstand beläuft sich derzeit auf rund 3500 Euro. Als Grund wurden die Unklarheiten genannt.

Ebenfalls verärgert ist Gebhard Wolf von der Aussage, dass der Verein nur noch die Altmark-Classic-Rallye organisiere und dies zu wenig für dem Stadt-Mitgliedsbeitrag von 1800 Euro pro Jahr sei. „Dass wir das Gastgeberverzeichnis und das Betreuen der Internetseite an die Luftkurort Arendsee GmbH abgegeben haben, ist richtig. Aber es geschah auf Drängen des Bürgermeisters. Damit sollte die GmbH gestärkt werden“, erklärte der Vereinsvorsitzende. Gerade mit dem Gastgeberverzeichnis gab es durch Werbung eine Einnahmequelle. Mit dieser konnten die Ehrenamtlichen Eigenmittel einbringen, die zum Erhalt von Fördermitteln nötig sind. Das Geld floss in Form von touristischen Projekten zurück in den Luftkurort. Das Maislabyrinth, Wracktauchen, die Nagel-Statue und das Schiff „Seeadler“ an der B190 sind einige Beispiele. „Das können wir so nicht mehr“, machte Gebhard Wolf deutlich.

Er nutzte das gestrige Gespräch, um eine ganz persönliche Einschätzung zu geben. „Der Bürgermeister und ich sind keine Freunde. Es ist aber grundsätzlich nicht gut, wenn persönliche und Stadt-Angelegenheiten miteinander vermischt werden“, machte Gebhard Wolf deutlich.

Er habe mit dem Thema abgeschlossen, sieht allerdings eine allgemein schlechte Entwicklung in der Einheitsgemeinde. „Was wurde denn in den vergangenen Jahren seitens der Kommune in Sachen Tourismus Neues getan? Doch nur die Kurtaxe erhöht“, so Gebhard Wolf gestern Vormittag gegenüber der Altmark-Zeitung und holte weiter aus: „Die Bürger sollen allein für die finanziellen Schwierigkeiten der Gemeinde aufkommen. Dies ist am Erhöhen der Hundesteuer sowie dem geplanten Einführen von Gebühren für Regenwasser zu erkennen. Ich mache den Vorschlag, zudem eine Luftsteuer zu initiieren. Denn schließlich ist Arendsee ein Luftkurort.“

Von Christian Ziems

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