Einwohner beschwerte sich über Gerüche / Luftkurort-Status auf dem Prüfstand

„Wir gehen kaputt in Binde“

+
In Binde stinke es bestialisch – so formulierte es Einwohner Carsten Krüger vor dem Arendseer Stadtrat.

Binde / Arendsee. In diesem Jahr wird der Status „Luftkurort“ für Arendsee überprüft. Dies bestätigte Bürgermeister Norman Klebe während der jüngsten Stadtratssitzung auf Nachfrage des Einwohners Paul Roth.

Der brachte vor dem Gremium seine Sorge zum Ausdruck, dass die Seestadt diesen Status verlieren könnte und meinte damit insbesondere die Schweinemastanlage in Binde.

Carsten Krüger aus diesem Arendseer Ortsteil meldete sich in derselben Sache zu Wort. So gebe es in Binde nur drei Tage, an denen die Luft erträglich sei. „Es stinkt bestialisch nach Kuhgülle“, so Krüger an die Stadträte. „Wir gehen kaputt in Binde.“ Schweine, Rinder, Puten und Transporter würden für Geruch aus allen Richtungen sorgen. „Unhaltbare Zustände“ seien das. Der Binder verlangte daher vom Stadtrat sofortige Maßnahmen und regte sich darüber auf, dass das Arendseer Ordnungsamt seine bisherigen Anfragen von sich geschoben und an Behörden in Salzwedel oder Halle verwiesen habe.

„Wir sind uns der Lage bewusst“, entgegnete Bürgermeister Klebe. „Aber wir müssen Verfahrenswege einhalten.“

Stadtratsvorsitzender Hans-Georg Kempcke erklärte, dass sich das Gremium „eindeutig pro Binde“ ausgesprochen habe. „Was wir machen können, werden wir machen. Wir verstecken uns nicht hinter Gesetzen“, so Kempcke weiter.

„Die Stadt soll sich kümmern“, mahnte Paul Roth. Er brachte neben Kontrollmaßnahmen auch eine Sperrzone gegen das Ausbringen von Gülle zur Sprache. Stadtrats-Vize Uwe Walter schlug vor zu prüfen, welche rechtlichen Möglichkeiten die Stadt hat, um beispielsweise einen zehn Kilometer weiten Sperrgürtel um den See zu ziehen. Dieser würde Binde mit einschließen.

Rund 14 000 Euro veranschlagt die Stadt für das Überprüfen des Luftkurort-Status. Das umfasst auch Luftqualitätsmessungen. In der Kurortverordnung des Landes Sachsen-Anhalt heißt es sinngemäß: „Die Anerkennung als Kurort mit der Artbezeichnung Luftkurort setzt eine entsprechende Luftqualität voraus.“

Von Jens Heymann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare