Pastor kam vom Nordpol

13. Winterbaden: 80 sprangen in den Arendsee, Hunderte schauten zu

Einmal kurz ins drei Grad kalte Wasser und ebenso schnell waren die Brackratten aus Cumlosen auch wieder an Land.

Arendsee. Zum nunmehr 13. Winterbaden stiegen am Sonnabend die Saunis vom Arendsee wieder ins eisgekühlte Nass. Dazu trafen sich die Liebhaber des doch recht kalten Vergnügens auf dem Vereinsgelände des Tauchclubs.

Neben den Saunis waren Vertreter der Arendseer Winterbader, die Osterburger Seehunde, die Brandenburger Eisbären, die Gardelegener Eisspringer, die Brandenburger Huskys, die Tangermünder Wasserplumpser sowie die Cumloser Brackratten und viele weitere Freunde des Eisbadens dabei.

Noch bevor es mit der Erwärmung mit Almuth Korn losging, stürzte sich Pfarrer Stefan Kemper-Kohlhase aus Kläden bei Bismark in die Fluten des Arendsee. Erst seit kurzem frönt der Geistliche dem Vergnügen des Eisbadens. Das mutige Vorrangehen wurde von den Schaulustigen mit Beifall honoriert. Kälte ist für den Pfarrer nicht Neues, kam er doch erst vor wenigen Jahren aus seiner Wahlheimat kurz vor dem Nordpol, etwa 3000 Kilometer entfernt, samt Familie wieder zurück nach Deutschland.

Nun wollten auch die gut 80 Eisbader ins drei Grad kalte Wasser – die Luft am Arendsee war nur ein Grad wärmer. In der Sauna herrschten 85 Grad – zum Aufwärmen nach dem Bad im kühlen Nass.

Der Tauchclub als Veranstaltungsort eignet sich bestens. Denn am Strandbad müssen die Bader erst bis zur Tribüne, um mit der gesamten Körperlänge eintauchen zu können. Und vor allem müssen sie danach auch wieder zurück über den Steg. Am Tauchclub liegt zudem die „Queen“. Dort ist das Wasser tief genug.

Die Taucher André Tornow und Andreas Grothe sicherten die Veranstaltung von der Seeseite aus ab. Uwe Walter, Chef der Saunis, begrüßte die 300 Eisbader und Gäste und Michael Meyer von der Luftkurort GmbH übernahm die Moderation. Nach dem Aufwärmen ging es unter dem Beifall der dick eingemummelten Schaulustigen in die Fluten. Die Gruppen zeigten sich in einem Schauschwimmen und die Einzeleisbader schlossen sich an. Zu den Jüngsten zählte der achtjährige Max, der mit seinem Vater aus Velbert bei Wuppertal gekommen war. Neben den Altmärkern kamen die Teilnehmer aus Brandenburg, Rostock, Warnemünde und Berlin.

Nach dem Baden ging es in die mobile Sauna, die am Strand aufgestellt war. Außerdem gab es am Lagerfeuer heißem Kaffee und Glühwein sowie selbst gebackenen Kuchen. Es hätte laut Uwe Walter ruhig noch etwas kälter sein können. Die Organisatoren hatten aber im Vorfeld des 13. Winterschwimmen am Ufer des Tauchclubs für Eisfreiheit gesorgt. Nur einige kleine Eisschollen waren in Ufernähe noch zu finden.

Von Maik Bock

Hunderte Besucher beim 13. Winterbaden in Arendsee

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