Mechaus Bürgermeister hat eine Meinung, will aber nicht beeinflussen

„Windpark wäre nicht zum Nachteil der Kommune“

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Während in Kaulitz bereits der Ortschaftsrat eine entsprechende Festlegung getroffen hat, keine Windräder zuzulassen, wird das in Mechau nicht so eng gesehen. Man wolle sich erst einmal einen Windpark anschauen. Foto: dpa

Mechau. Vor der Diskussion um einen von der Enercon gewünschten Windpark zwischen Mechau und Kaulitz hatte Mechaus Ortsbürgermeister am Mittwoch erklärt, er könne mit seiner Meinung den gesamten Ort nicht repräsentieren.

Dennoch machte er klar: „Ein Windpark wäre nicht zum Nachteil der Stadt und des Ortsteiles. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. “.

Drei Zuhörer waren gekommen, um zu hören, was in Sachen Windpark aktuell in Mechau läuft. Unter den Zuhörern war auch Kaulitz’ Vize-Bürgermeister Heiner Schulz. Während Kaulitz’ Rat und eine große Mehrheit der Bürger einen Windpark ablehnt, musste der Kaulitzer hören, dass Mechau ein derartiges Projekt nicht negativ sehe. „Welchen Vorteil hat denn eine Gemeinde von einem solchen Park“, wollte Schulz vom Mechauer Rat wissen. Es sei auch die Gewerbesteuer, hieß es. Und den Nutzen, den die Landbesitzer hätten. Das Argument Schulzes, die Zuweisungen des Landes würden um die kommunalen Einnahmen reduziert, nahmen die Mechauer zur Kenntnis. „Bevor wir die Leute zur Thematik hören, werden wir uns einen Windpark ansehen“, schlug Hartmut Baier seinem Rat vor. Alle sahen das als geeigneten Weg, um nicht im Voraus, „wie in Kaulitz“, das Projekt sofort abzulehnen. Auf Mutmaßungen, wie in Kaulitz getätigt, würde in Mechau nicht die Meinungsbildung basieren.

Mechau brenne nichts unter den Nägeln, so Baier. Er sei derzeit nicht „Pro-Windrad“, sage aber auch nicht, dass solch ein Vorhaben „Mist“ sei.

Die Enercon sichert sich derzeit Grundstücke zwischen Mechau und Kaulitz, um im Falle der Ausweisung als „Windeignungsgebiet“ rund 16 Windräder mit einer Höhe bis zu 200 Metern aufstellen zu können (wir berichteten). Das Unternehmen hofft, dass es in zwei Jahren so weit sein könne. Um den Landeigentümern die Sache schmackhaft zu machen, hatte die Enercon angekündigt, dass auch die Besitzer von Flächen, auf denen keine Windräder stehen, gleich profitieren wie die anderen. In Kaulitz hatte es erheblichen Widerstand auch aus der Bevölkerung gegeben, der Rat positionierte sich ebenfalls dagegen. Im Mechau wartet man weiter ab.

Von Harry Güssefeld

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