Müllprobleme: Zerrissene gelbe Säcke, offene Glascontainer und viel Altkleider in Arendsee

Wind treibt Plastikabfall mühelos durch den Luftkurort

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Die Haufen machten sich gestern praktisch selbständig. Der Wind brachte die leichten Säcke schnell in Bewegung und wehte sie auf die Parkpflächen und den Gehweg an der Friedensstraße. Das Problem ist in der Verwaltung bekannt, ein Lösung bisher nicht in Sicht.

Arendsee. Leere Joghurtbecher, Plastikflaschen und Verpackungsmaterial waren gestern an etlichen Stellen in Arendsee zu finden. Der Müll stammt offenbar aus zerrissenen Gelben Säcken. Der Abfuhrtermin wurde nicht nur für die Entsorgungsmitarbeiter zur Geduldsprobe.

Eine große Tonne für Kunststoffmüll stand gestern an der Friedensstraße. Überwiegend wird aber nur auf Säcke gesetzt.

Auch Kraftfahrer mussten vorsichtig sein, immer wieder trieb der Wind die leichten Säcke auf die Fahrbahn. Dies betraf unter anderem die Friedens- und die Töbelmannstraße. Mitarbeiter des Wirtschaftshofes waren unterwegs und legten sie wieder auf die Haufen. Ordnung herrschte hingegen an Stellen mit großen, gelben Containern. Diesen können weder Tiere noch der Wind so schnell etwas anhaben. Aus dem Ortschaftsrat Rademin gab es vor Jahren den Vorschlag, die Säcke generell durch Container und Tonnen zu ersetzen. Doch diese Idee wurde nicht weiter verfolgt und geriet in Vergessenheit.

Plastikmüll am Gehweg neben dem NP-Markt.

Die Gelben Säcke sind nicht der einzige Abfallbereich, mit dem in der Einheitsgemeinde immer wieder gehadert wird. Vor einigen Wochen fanden Einwohner das Schadstoffmobil nicht. Die Stadt hatte vergessen, dem Entsorger mitzuteilen, dass der alte Standort verkauft wurde. Der Fahrer des Mobils versuchte noch, einen anderen Bereich zu finden, mit mäßigem Erfolg (AZ berichtete).

Zudem gab es vom Ordnungsausschuss mehrere Hinweise zu Müllproblemen. Einige Glascontainer haben statt der üblichen runden Öffnungen sehr breite Schlitze, durch die sich alles Mögliche stecken lässt. Die Verwaltung wollte mit dem Entsorger für Glas sprechen. An der Thielbeerer Brücke stehen solche offenen Konstruktionen derzeit. Annette Wolter vom Ordnungsamt erklärte gestern, dass es Gespräche gegeben habe. Der Firma sei es aber nicht immer möglich, die neueren Behälter mit kleinen Öffnungen zu stellen, da es davon nicht genügend gebe. „Wir haben die Sache im Griff“, unterstrich Annette Wolter mit Blick auf andere Abfallcontainer: die Altkleider. Diese seien immer wieder voll, monierten Kommunalpolitiker. „Wenn ein Container voll ist, werden die Sachen einfach daneben gestellt. Und das, obwohl es im Stadtgebiet noch leere Behälter gibt“, beklagt die Ordnungsamtsmitarbeiterin die Unvernunft einiger Einwohner. Die tellvertretende Bürgermeisterin Anja Schrader verwies gestern zudem auf fehlende Abfallkalender in Arendsee. Wer einen benötigt, kann sich an die Deponie GmbH unter Tel. (03 907) 72 09 13 wenden.

Immer wieder zu den Terminen für Sperrmüll flammt die Diskussion um das Stadtbild auf. Einige Stadträte stört der Eindruck, den Fremde dann von der Innenstadt bekommen. Einige Einwohner stellen den Müll bereits Wochen vor der Abfuhr raus. Hinzu kommen Besucher mit ausländischen Kennzeichen, die die Haufen nach Brauchbarem durchsuchen. Die Folge ist oft ein unansehnliches Chaos. Der Vorschlag von Arendsee: Das System grundsätzlich umstellen. Statt fester Touren müssten sich Einwohner dann anmelden und bekommen einen festen Termin. Dann müssen sie aber auch zuhause sein und dürfen den Abfall nicht einfach vorher rausstellen. Der Kreis befürwortet diese Alternative aber nicht.

Von Christian Ziems

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