Sponsorenvertrag des Heimatvereins / Größte Einzelinvestition: 6200 Euro für neues Spielgerät

Wind bläst Geld nach Höwisch

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Thomas Schermer ist HöwischsOrtsbürgermeister und Vorsitzender des Heimatvereins. Auf dem Spielplatz soll bald eine neue Kletter-Rutsch-Kombination aufgestellt werden.

Höwisch. In wenigen Wochen soll auf dem Höwischer Spielplatz eine neue Kletter-Rutsch-Kombination aufgestellt werden. Gerade hat der Hersteller das moderne Spielgerät geliefert – sicher verpackt und verschlossen wartet es nun auf warmes Frühlingswetter.

Vor dem Aufbau müssen nämlich noch die verschlissene Rutsche demontiert und der Untergrund für die neue Kombination hergerichtet werden.

Seit einem Jahr drehen sich die 16 Windräder des Windparks Gagel – überwiegend auf Flächen der Gemeinde Altmärkische Höhe. Doch drei Anlagen stehen auf Gemarkungen des Arendseer Ortsteils Höwisch. Schon lange vor Inbetriebnahme hatte die Prokon Energiegenossenschaft den beteiligten Kommunen als Ausgleich für die negativen Begleiterscheinungen der Windenergie-Erzeugung über einen Zeitraum von 20 Jahren rund 100.000 Euro pro Jahr zugesichert. Dieses Geld soll jeweils über Sponsoring-Vereinbarungen in gemeinnützige Projekte, Initiativen oder Veranstaltungen fließen. Prokon-Sprecherin Anne Dittrich: „Der Prokon eG ist es besonders wichtig, dass alle Bürger vor Ort von einem Windpark profitieren können. Und dass über die gesamte Betriebszeit.“

Für die drei auf Arendseer Boden stehenden Windräder erhält die Seestadt 20.000 Euro, wobei die Einheitsgemeinde nur über die Hälfte des Geldes verfügt. Für diese 10.000 Euro sei bekanntlich die zweckgebundene Verwendung für das Strandbad vereinbart worden. „Der Vertrag mit der Stadt Arendsee regelt eine Zahlung jeweils zum 30. Juni eines jeden Jahres. Da das Geld zweckgebunden ausgezahlt wird und es sich um einen Pauschalbetrag handelt, darf die Stadt Arendsee das Geld selbstständig zur Förderung des Strandbades nutzen. Einzelnachweise müssen nicht erbracht werden“, so Anne Dittrich gegenüber der AZ. Die anderen 10.000 Euro erhält der Ortsteil Höwisch. Vertragliche Basis dafür ist eine Vereinbarung zwischen Prokon und dem Heimatverein Höwisch. Konkret müsse jede Sponsoringmaßnahme aber beantragt werden. Nach Befürwortung durch die Mitgliederversammlung des Heimatvereins liegt die Entscheidung abschließend beim Energieunternehmen.

Vor knapp einem Jahr trafen sich die Mitglieder des Heimatvereins erstmals, um über die 2017er-Anträge zu beraten. In der Diskussion fokussierte sich schnell die Schwerpunktsetzung des ersten Jahres auf den Kinderspielplatz. Michael Kmieciak und Nadja Lüttich übernahmen die Aufgabe, den Kauf einer größeren Spielgeräte-Kombination vorzubereiten. Weitere Anträge befassten sich mit der dringenden Dachreparatur der Höwischer Kirche und die Anschaffung eines Multifunktionssaugers zur leichteren Reinigung des Gotteshauses sowie dem Kauf von sechs LED-Helmlampen für die Kameraden der Ortsfeuerwehr und von vier massiven Holzbänken zum Ausruhen für Einheimische und Gäste des Ortes. Ebenfalls befürwortet wurde die Ausbesserung des insbesondere durch Lkw stark in Mitleidenschaft gezogenen Sommerweges.

Alle vom Heimatverein bestätigten Anträge erhielten auch die Zustimmung des Sponsors und wurden schon realisiert. Wie Thomas Schermer, Höwischer Ortsbürgermeister und Heimatvereins-Vorsitzender, der AZ sagte, beliefen sich diese Projekte auf knapp 3000 Euro. Die Dankeschön-Veranstaltung für die 700-Jahrfeier aus dem Jahr 2016 dazugerechnet, habe der Ortsteil laut Prokon-Sprecherin Dittrich in den vergangenen beiden Jahren rund 4000 Euro als Sponsoringleistungen erhalten.

Zwischenzeitlich wurde nun auch das bislang größte Projekt genehmigt und bezahlt. Die von Michael Kmieciak beantragte Kletter-Rutsch-Kombination für den Spielplatz kostete 6200 Euro. Der Aufbau soll möglichst kostengünstig während des Frühlings-Arbeitseinsatzes in Eigenleistung der Einwohner erfolgen. Positiv bewertet auch der Sponsor dieses Vorhaben: „Besonders schön sind Projekte, die die Gemeinschaft fördern, wie Spielplätze, Sport-events oder der öffentliche Grillplatz der Gemeinde. Das passt zu uns als Genossenschaft wie die Faust aufs Auge“, so Anne Dittrich.

In wenigen Wochen will der Höwischer Heimatverein über die diesjährigen Sponsoring-Anträge diskutieren und entscheiden. Laut AZ-Information soll es dabei unter anderem um die Anschaffung eines Notstromaggregates für die Feuerwehr und um die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchtmittel gehen. Erneut diskutiert werden dürfte dann auch ein möglicher Grundstücksankauf zur Schaffung einer vereinseigenen Veranstaltungsfläche.

Von Frank Schumann

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