Fischer Wilfried Kagel ist sauer und wünscht den Tätern nichts Gutes

Zießau: Wieder eine Reuse zerschnitten

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Die zerstörte Reuse. Fischer Wilfried Kagel ist mehr als sauer.

Arendsee / Zießau – Den Fischer bringt rein arbeitstechnisch kaum etwas aus der Ruhe. Das alltägliche Leben wird von ihm angenommen – wie schon fast fünf Jahrzehnte, die er auf den See hinausfährt. Er tut anderen nichts zuleide.

Aber wenn man ihm gegenüber ungerecht wird, ist Wilfried Kagel böse.

Gestern erzählte er der AZ von den Unbekannten, die eine seiner Reusen zerstört haben. Sie müssen nachts oder am späten Abend gekommen sein, denn die Reuse befand sich nur rund 50 Meter entfernt von seinem heimatlichen Steg.

„Es reichte nicht, dass sie den Fisch mitnahmen, sie zerstörten auch noch den Steert der Reuse“, so Wilfried Kagel. Mit einem scharfen Gegenstand zerschnitten sie das Netzwerk. Neben dem Verlust des Fischs wird die Reparatur der Reuse teuer. „Ich bin einfach sauer darüber, dass man mir hier auf dem Arendsee so übel mitspielt“, so Kagel. Eine Idee, einen Verdacht, wer das gewesen sei, habe er nicht. „Es wäre aber schön“, sagte er, „dass mir Menschen mitteilen, wer das war.“

Schon vor drei Jahren gab es einen ähnlichen Vorfall, da befand sich die Reuse weiter entfernt vom Anlegesteg der Zießauer Fischerei.

In den Reusen befinden sich Barsche, Aale oder auch Plötze. Fische, die die Fischerei neben dem Brotfisch, der Maräne, im Laden anbietet. Guten Appetit wünschte Kagel gestern den Dieben nicht. Eher, dass ihnen eine Gräte im Hals stecken bleibt. Und die Typen so ihre Strafe erhalten. Ja, es passiere so viel in der heutigen Zeit. Viele Menschen müssten jeden Tag erfahren, dass Boshaftigkeit und Neid die Zeit bestimmen. Hinnehmen kann er den Diebstahl nicht, auch wenn der Fischer keine echten Möglichkeiten hat, dem Täter auf die Spur zu kommen. Auf dem Wasser verwischen Spuren schnell, heißt es.

Die Dürre der vergangenen zwei Jahre setzt dem See erheblich zu. Einen derartigen Wasserschwund habe der Fischer, solange er auf dem See arbeitet, noch nicht erlebt. Doch alles Stöhnen helfe nicht weiter, sagt der Arendsee-Kenner. Und wundert sich über die beiden Beauftragten, die den Pegelstand neben seinem Grundstück kontrollieren. „Nur gut, Wasser ablassen können sie ja nun nicht mehr“, schmunzelt Wilfried Kagel.

VON HARRY GÜSSEFELD

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