An Regentagen stellen Urlauber in der Info Fragen

Wenn der Tourismus baden geht

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Ein Regentag am Arendsee. Kein Urlauber treibt es in das Strandbad, allein die Möwen nehmen die Stege und die Brücke in Beschlag.

Arendsee. Wohin bei Regen? Das fragen sich viele Arendsee-Urlauber. Und es ist kein Geheimnis, dass die erste Anlaufstelle die Touristinformation ist. Wer nach Arendsee kommt, will baden gehen, also im Arendsee.

Doch es gab gerade in der laufenden Saison viele Tage, die einen Aufenthalt am Strandbad unmöglich machten. Sei es der Regen, oder der Sturm, der keine Strandgefühle aufkommen ließ. „Die Menschen kommen zu uns und fragen, wie sie den Tag verbringen können“, so die Mitarbeiter der Touristinformation. Und da ist guter Rat teuer. Beispiel Hallenbad. Das Hallenbad in Salzwedel ist zu, in der Nähe ist das Thermalbad Gartow geöffnet. Doch der Weg dorthin ohne Auto ist fast unmöglich. Man müsse über Salzwedel, Richtung Lüchow und dann nach Gartow reisen – alles mit dem Bus. Sehenswürdigkeiten gibt es viele – aber eben in der Region. Stendal, Salzwedel, Tangermünde. „Ist Arendsee in der großen touristischen Altmark eher die Schlafstadt?“, will die AZ wissen. So sei es nicht, wenn gutes Wetter ist, heißt es von den Tourismusleuten. Doch es ist bekannt, dass viele Besucher, so auch Kinder aus dem KiEZ, nach Soltau fahren.

Die Lösung, Arendseebesucher bei schlechtem Wetter nicht flüchten zu lassen, wäre ein Thermalbad. Doch davon redet in Arendsee seit gut einem Jahr niemand mehr. Keiner hat es geschafft, in den Jahren nach der Wende einen Ganzjahrestourismus für Arendsee zu schaffen. Auch kein Thermalbad.

KiEZ-Geschäftsführerin Irmela Spöttle hatte jüngst wieder einen Tourismusfachmann für Arendsee gefordert. Einen Kurdirektor, der keinem Betrieb zugeordnet ist, sondern sich dem großen Ganzen verschreiben sollte. Koordinieren, Beantragen, Planen und weise in die Zukunft sehen –alles andere bringe nichts mehr, so Irmela Spöttle.

Gestern war es warm in Arendsee. Um 12.30 Uhr war die Luft 32 Grad heiß, das Wasser 21 Grad warm. Die Badegäste kamen zum Baden, denn es hatte nicht geregnet.

Von Harry Güssefeld

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