Stadtrat Reichardt fordert mehr Notstromaggregate und ausgewiesene Räume

Wenn Strom ausfällt: Im Gerätehaus bleibt es warm

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Bei Katastrophen, so auch längerem Stromausfall, können die Wehren für Licht und auch Wärme sorgen.

Arendsee. „Xavier“, der Sturm, der über die Altmark fegte, habe gezeigt, welche Schäden auftreten können. Nun sei es an der Zeit, sich auf Eventualitäten vorzubereiten, erklärte Stadtrat Jens Reichardt während der jüngsten Bauausschusssitzung.

Im Einzelnen: Eine Stromsperre im Sommer oder Herbst sei noch zu meistern, doch treten derartige Stürme oder gar ein Orkan im Winter auf, sei die Bevölkerung eventuell überfragt. „Wir brauchen ein klares Konzept, wohin sich der Bürger im Ernstfall bewegen kann. Es müssen Räume ausgewiesen werden, in denen Hunderte unterkommen können. Und die dürfen auch nicht im Kalten sitzen“, erklärte Jens Reichart.

Norman Klebe, Bürgermeister der Stadt Arendsee, hatte gestern gegenüber der AZ erklärt, dass die Arendseer im Ernstfall das Gerätehaus als Anlaufpunkt nutzen sollen. Das aber ist im Rathaus bekannt, jedoch nicht bei jedem Bürger. Klebe geht noch weiter: Auch auf den Dörfern ringsum seien es die Gerätehäuser, die dann mit Notstromaggregaten versehen sein sollten. Das wiederum fordert Jens Reichardt. „Wir brauchen, wie in Arendsee und auch Sanne-Kerkuhn schon umgesetzt, leistungsstarke Notstromaggregate, die mit entsprechender Technik versehen an den Stromkreislauf der Häuser angeschlossen werden können“, so der Stadtrat weiter. Arendsee müsse sich angesichts der Zerstörungen des jüngsten Sturms auf solche Fälle vorbereiten.

Der Sicherheits- und Ordnungsausschuss der Stadt Arendsee hatte vor Monaten ein Konzept erarbeitet, um Katastrophen besser bewältigen zu können. Dabei ging es auch um eine Zentrale, die eingerichtet werden müsste – als Standort ist das alte Gerätehaus an der Bahnhofstraße benannt. Die einst umstrittenen 20 000 Euro für die Anschubfinanzierung seien nun im Haushalt eingestellt, so Klebe.

Wohin sollten die Menschen im Ort Arendsee flüchten, wenn es zu starken Zerstörungen und Stromausfällen über einen längeren Zeitraum kommt? Welche Turnhalle kann von wem aufgesucht werden, wo findet er eine Decke und einen Ansprechpartner? Das dürfte Aufgabe der Katastrophenschützer der Stadt sein, das genau zu bezeichnen. Jens Reichart will keine Panik verbreiten, doch er sieht angesichts solcher Ereignisse wie „Kyrill“ oder auch „Xavier“ Handlungsbedarf.

Wie ohnmächtig man schon ist, wenn nur Bäume fallen, zeigt die aktuelle Situation. Mit eigenen Kräften kann Arendsee keine Schäden beseitigen. Aktuell hilft das THW Salzwedel. Und die Forst, und natürlich der Wirtschaftshof. „Doch was passiert bei noch größeren Schäden?“, fragt sich nicht nur Reichardt.

Von Harry Güssefeld

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