Missbrauch von Entsorgungseinrichtungen bleibt oft kommentarlos

Wenn sich Leute in Arendsee an nichts halten

+
Blick in den Glascontainer Schrampe: Flaschen, aber auch viel Müll wird darin entsorgt. Die Verursacher bleiben oft im Dunkeln.

Arendsee – Sie werden nicht müde, mehr Papierkörbe, Flaschensammelstationen oder auch Laubsäcke zu fordern – Ansprechpartner ist oft die Verwaltung, die bemüht ist, Gründe zu suchen, diese Einrichtungen nicht mehr anzubieten oder nur noch sehr begrenzt aufzustellen.

Bei Papierkörben im Stadtbereich hatte sich die Verwaltung schon vorgewagt, die Aufstellung weiterer Exemplare zu verhindern. Es seien zu viele unterwegs, die in den kommunalen Papierkörben ihren Hausmüll entsorgen. Morgens, auf dem Weg zu Arbeit. Und wenn es nicht die Papierkörbe im Stadtgebiet sind, wird der Hausmüllsack auch schnell mal im Straßengraben entsorgt. Wie von der AZ beobachtet zwischen Kläden und Binde – der alte BMW stoppte, und der Sack mit dem Müll flog in den Graben. Eine durchweg unsaubere Sache, wird jeder sagen.

Die Liste der Verfehlungen lässt sich noch verlängern. Angesichts der Forderungen einer ganzen Generation, Umwelt und Natur zu schützen, säumen Verpackungen eines Schnellrestaurants die Straßen des Altmarkkreises. Es mag verwegen sein, es allen Bevölkerungsschichten vorzuwerfen. Aber ältere Menschen sind am Abend und in der Nacht kaum Besucher des Ami-Restaurants.

Und dann sind da die Flaschencontainer, beispielsweise die auf dem Parkplatz nahe Schrampe. Wäre einer der Container nicht defekt gewesen, hätte man den Blick nicht so direkt darauf werfen können, was alles so entsorgt wird. Flaschen sollen dort rein – aber was dort alles entsorgt wird, macht nachdenklich und wütend. Sind die Menschen nicht in der Lage, ordnungsgemäß ihren Müll und Abfall zu trennen? Angesichts der Abfallpolitik des Altmarkkreises findet fast jeder Abfall seinen Platz. So ist es unverständlich, dass bei einer Sperrmüllsammlung immer noch Fernseher und Mikrowellen, auch Computer, an den Straßenrand abgestellt werden. Nichts ist einfacher, als das zu entsorgen: Auf dem Wirtschaftshof in Arendsee stehen Container für Elektroschrott.

Und Grünschnitt kann dort auch entsorgt werden. Doch dazu werden in manchen Orten auch die Laubsäcke genutzt. Sogar Dreck von den Straßenrändern wandert in die Säcke. Wird schon irgendwo landen, nur nicht bei mir, mag so mancher denken. Die Forderungen der Ortsbürgermeister nach Laubsäcken erhält durch die Taten einiger weniger einen faden Beigeschmack. Zumal das Bauamt im Vorfeld immer wieder erklärt hat, dass die Laubsäcke missbraucht würden.

Die Dinge ließen sich verlängern. Doch angesichts der besinnlichen Zeit gibt es auch eine Sache, die zu Herzen geht: Auf dem Glascontainer in Schrampe standen zwei Weingläser. Der, der sie entsorgen wollte, hatte dann doch die Idee, vielleicht an die zu denken, die genau diese formschönen Gläser gebrauchen könnten. Die AZ erfuhr, dass die Gläser nicht im Container landeten.

VON HARRY GÜSSEFELD

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare