Kommune will spezielles Programm für Handys, mit der sich viel entdecken lässt

Wenn Gustav Nagel digital über Arendsee erzählt

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Anne Seidler überzeugte mit ihrem Konzept vom Erlebnisrundweg Arendsee die anwesenden Kommunalpolitiker. 

Arendsee. Das spezielle Programm (App) über Arendsee wurde auf dem Smartphone gespeichert und der Code am Gustav-Nagel-Areal eingescannt: Auf dem Bildschirm erscheint eine digitale Form des Wanderpredigers, der munter über sich, seine Ideen und die Heimat erzählt.

Gustav Nagel soll Bestandteil der App werden.

Dies könnte bald Wirklichkeit werden. Anne Seidler stellte dem Wirtschaftsausschuss am Montag vor, was dafür nötig ist. Die Studentin aus Bamberg machte ein Praktikum in der Touristinfo, lernte die Region kennen und hat für ihre Bachelor-Arbeit einen „Erlebnisrundweg Arendsee“ entwickelt. Dieser bezieht sich zunächst auf eine Tour um die „blaue Perle“. Die Strecke wird für das Handyprogramm aufgenommen und verschiedene Stationen digitalisiert. Dazu gehört neben dem Gustav-Nagel-Areal zum Beispiel das Kloster. Dies geschieht in 3D. Der Vorteil: Besucher können auch außerhalb der Öffnungszeiten auf dem Bildschirm erkennen, wie es drinnen aussieht, den Glockenklang über die Smartphone-Lautsprecher hören und viele Infos lesen. Eine weitere Idee: An einem öffentlichen Steg die früheren Seeeinbrüche per Bild nachempfinden.

Der Seeweg ist nicht nur bei sportlichen Höhepunkten beliebt. Er ist auch Bestandteil eines neuen digitalen Erlebnisangebotes. Das Grundprinzip: Eine App wird auf das Smartphone geladen, an verschiedenen Stationen hängen Tafeln mit QR-Code. Diese werden eingescannt, auf dem Bildschirm gibt es viele Informationen. 

Zu den Grundlagen gehört ein Konzept, an dem Anne Seidler weiter feilt und bis November fertig sein will. Anschließend gilt es die Ideen zu programmieren und dann als App auf den Markt zu bringen. Eine Fachfirma hat bereits solch einen Weg in Ansbach digital erstellt. Das Arendseer Projekt wäre das zweite dieser Art, deutschlandweit. Anne Seidler verspricht sich davon einen Imagegewinn und mehr Bekanntheit für den Luftkurort. Sie kam im Rathaus auch auf Kosten zu sprechen. Der Preis richtet sich nach der Anzahl der Stationen. Für Arendsee werden 80 000 Euro veranschlagt. Ein passendes Förderprogramm wurde bereits entdeckt. Die Verwaltung soll nun in Magdeburg anklopfen, welche Chancen die Gemeinde hätte. 90 Prozent der 80 000 Euro könnten finanziert werden. Bleiben 8000 Euro Eigenanteil. Sponsoren wären eine Lösung. Bürgermeister Norman Klebe stellte in Aussicht, auch etwas Geld für den Haushalt 2018 einzuplanen.

Die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses sowie Sonja Nowak, kommissarische Geschäftsführerin der Luftkurort Arendsee GmbH, zeigten sich vom Konzept begeistert. „Die Idee ist richtig gut“, formulierte es Stadtrat Matthias Goyer. Die Kommunalpolitiker wollen diese App. Ausschussvorsitzender Jens Reichardt kann sich vorstellen, auch Ortsteile mit einzubeziehen. Darüber hinaus sollen Rad- und Fußwege, Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants sowie Ausflugsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Sonja Nowak verwies darauf, dass die App auch mit Blick auf immer weniger Stadtführer helfen könnte. Das Programm soll für alle Generationen ausgerichtet werden. Wenn es einmal heruntergeladen wurde, funktioniert es auch ohne Internet.

Von Christian Ziems

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