Ortschaftsrat in Binde billigt den Bau einer Biogasanlage / Planer überzeugt Gremium

„Weniger Lkw, weniger Gestank“

Im Westen der Ortslage Binde, nach Planangaben rund 400 Meter vom nächsten Gehöft entfernt, soll die Biogasanlage entstehen. Repro: MT-Energie

Binde. Das Investorenehepaar Verschure aus Binde hatte am Montag seinen Planer Burkhard Lichtblau mitgebracht – und dieser begründete den geplanten Bau der Biogasanlage auf dem Gelände ihres Rinderbetriebes.

Lichtblau sprach von 8000 Tonnen Güllerückstand im Gegensatz zu 8450 Tonnen Rohgülle ohne Biogasanlage, von dadurch weniger Transporten durch den Ort und weniger Geruchsbelästigung. Doch er gab auch zu, dass im Zuge des Planungen ihm selbst von Behörden erklärt wurde, dass „der Ort in Sachen Geruchsbelästigung bereits arg gebeutelt ist. “ Doch das, so der Planer, werde mit der Biogasanlage nicht verschärft. Im Gegenteil.

Ortschaftsrat und der Großteil der Zuhörerschaft waren ohne Fragen. Allein Carsten Krüger, seit Monaten energischer Gegner der Anlage und der Investition, fragte nach: Er kritisierte die Entfernung der Biogasanlage vom Ort, die im Plan mit 400 Metern angegeben wurde. „Das stimmt so nicht“, so der Binder. Außerdem seien die 35 Dezibel, die vom Motor ausgehen, eine ständige Belastung. Und: Es könne nicht sein, dass die Anlage nicht stinken würde. Alle Biogasanlagen würden stinken. Und warum seien auf den beiden Sammelbehältern keine Dächer? „Nehmen Sie etwas Geld in die Hand und schützen Sie die Menschen hier“, machte Krüger seinem Unmut Luft.

Die neue Anlage, eine „kleine 75 KW-Anlage“, produziert Strom, der ins Netz gestellt wird, und Wärme, die zum Teil in der Anlage selbst genutzt werden kann – unter anderem zum Aufwärmen der Gülle im Fermenter auf 40 Grad, um den Gärprozess in Gang zu bringen. Zur Sicherheit des Systems wird auch eine Notgasfackel benötigt, hieß es.

Ob der Löschwasserteich ausreiche, werde weiter geprüft. Nach Aussagen des Betreibers genüge er den Ansprüchen. Rund 96 Kubikmeter werden gebraucht, hieß es am Montag.

Die Anlage, so bestätigte es der Planer, werde ausschließlich mit Gülle betreiben. Nicht mit Mais oder anderen Stoffen, wie einige Ratsmitglieder auf Nachfrage bestätigt bekamen. Auch eine Erweiterung sei in Zukunft nicht geplant. Die Anlage sei zudem sicher, sie werde ständig kontrolliert, zudem kontrolliere sie sich selbst.

Der Planer hatte eine halbe Stunde referiert, dann kam Carsten Krüger mit seinen Einwänden – der Ortschaftsrat hatte gut zugehört. Bei der Abstimmung gab es dann eine klares Votum für die Erweiterung des Betriebes mit der Biogasanlage.

Von Harry Güssefeld

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