Wettfahrten gefährdet

Wenig Wasser unterm Kiel: Regattaverein Arendsee beklagt Pegelstand

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Stefan Seifert, Chef des Arendseer Regattavereins, verweist auf die Situation am See. Einige Liegeplätze sind verwaist. Fotos: Güssefeld, Fotostudio Wunberger

Schrampe – Können sich die Regattasportler noch an den letzten großen Regen erinnern? Stefan Seifert, Chef des Arendseer Regattavereins (ARV), muss nicht lange nachdenken.

Genügend Wasser: Ein Bild aus besseren Tagen.

„Es war zu Himmelfahrt 2018, da hatten wir hier Party, und plötzlich waren alle weg“, erinnert sich der Arendseer. Seitdem hat der Wasserstand des Arendsees ständig abgenommen. Seifert spricht von 67 Zentimetern, die der See verloren hat. Andere warten mit anderen Zahlen auf (AZ berichtete) – aber das scheint angesichts der Trockenheit nicht mehr wichtig. Wichtig ist, dass die Sportler teilweise ihre Boote nicht mehr auf normale Art und Weise ins Wasser bekommen. Die Zahl: Zehn von 15 Liegeplätzen sind nicht mehr nutzbar. Einige Eigner müssen ihre Gefährte mit Muskelkraft ins Wasser tragen, sechs Männer werden oft gebraucht. Andere kommen vom Liegeplatz nicht mehr herunter.

Das bedeutet, dass der Segelbetrieb nur noch eingeschränkt möglich ist. An große Regatten, an denen auch Segler aus anderen Revieren, beispielsweise mit Jollenkreuzern, teilnehmen, ist derzeit nicht zu denken. An Deutsche Meisterschaften schon gar nicht. Und Seifert befürchtet, dass sich die Situation nicht verbessert. „Noch 14 Tage diese Trockenheit, dann geht hier nichts mehr“, sagt der Vereinschef. Auch das Rettungsboot der Wasserwacht musste schon auf einen Liegeplatz weiter in Richtung See ausweichen.

Seifert denkt nach und spricht es aus: Eine Lösung wäre die Verlängerung der Stege, doch da gibt es zwei Probleme. Das Umweltamt ist das eine, die Seestruktur das andere. Denn wenige Meter weiter gibt es diese Abbruchkante, die eine Stegverlängerung schwierig – oder besser unmöglich macht.

Auch an anderen Gewässern gibt es Probleme. So auf der Elbe, wo Segeln praktisch nicht mehr geht.

Wenn das Wasser zurückgeht, dann wird auch über die Pacht für die Liegeplätze an das Land – aktuell 20 Euro pro Boot – nachzudenken sein, meint Seifert. Denn wo kein Wasser, da ist auch kein See mehr.

VON HARRY GÜSSEFELD

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