Landkreis verärgert Parzellenbesitzer / Keine Initiative für Bebauungsplan

Weiter Stillstand am See: Außenbereich umstritten

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Auf den Parzellen zwischen Kaskade und Bleiche sollen gleiche Regeln für alle herrschen. Nach Ansicht der Stadt ginge das ganz einfach, doch der Altmarkkreis fordert einen Bebauungsplan – die 90 Eigentümer müssten bis zu 35 000 Euro aufbringen.

Arendsee. Um gleiches Recht für alle Parzellenbesitzer am Arendseer Seeufer zu schaffen, sollte ein Bebauungsplan erarbeitet werden (wir berichteten). Das Problem: Alle rund 90 Parzellenbesitzer zwischen Kaskade und Bleiche müssten sich daran beteiligen.

So gingen Parzellenbesitzer, Landkreis und Vertreter der Stadt im November 2016 auseinander. Doch einen Bebauungsplan zu einem Gesamtpreis von bis zu 35 000 Euro wird wohl ein Traum bleiben. Denn Arendsees Bürgermeister Norman Klebe glaubt rund ein Vierteljahr nach der Veranstaltung nicht daran, dass sich alle an dem Projekt beteiligen.

Knackpunkt ist und bleibt die Meinung des Landkreises, dass das Areal zwischen Seeufer und Seeweg zum Außenbereich gehört und damit vor dem Bebauen beplant werden muss. Unverständnis ernteten die Kreis-Vertreter bereits im November, und daran hat sich aktuell nichts geändert. Denn auf die Frage, warum der einstige Innenbereich zu einem Außenbereich wurde und damit den Parzellenbesitzern derart Probleme beschert, bekamen die Zuhörer im November keine Antwort. Immer wieder hatten Redner aus der Zuhörerschaft erklärt, dass der Innenbereich lange Jahre Bestand hatte. Vor allem Ex-Bauamtsleiter Peter Troch war mehr als verärgert angesichts der neuen Ideen aus dem Altmarkkreis. Auch Chronist Eckehard Schwarz hatte erklärt, dass einst die Arendseer aufgefordert wurden, die Parzellen herzurichten, um die Stadt schöner zu machen.

Dem Wunsch der Parzellenbesitzer, dass das Gelände zwischen Kaskade und Bleiche zum Innenbereich gehört, wird nicht entsprochen. Doch damit sind noch nicht alle Fragen beantwortet. Was passiert mit den Anlandungsflächen, die oft Bestand der Parzellen sind? Wenn es einen Bebauungsplan geben könnte, würde sich das Land – der Besitzer des Sees und der Anlandungsflächen – an den Kosten dafür beteiligen?

Arendsees Bürgermeister will das Problem gelöst haben, denn diese Situation am See, dass einige ihre Bauvorhaben bereits erledigt haben und andere wiederum keine Genehmigungen erhalten, schaffe Spannungen. Mit der städtebaulichen Ordnung, die der Landkreis mit dem Außenbereich schaffen wolle, sei ein Chaos entstanden, meinte Klebe. Die Stadt sehe sich außerstande, die Forderungen des Kreises umzusetzen. Geld für einen Bebauungsplan könne sie auch nicht ausgeben, weil kein Geld nicht sei.

Klebe persönlich wünscht sich die Parzellenlandschaft in den Innenbereich der Stadt mit der Grenze Seeufer. Auflagen für die Bebauung zu schaffen, sei kein Problem. „Man kann das so handhaben wie in einem Kleingartenbereich. Die Hütte darf bestimmte Maße nicht übersteigen, und die Art der Bepflanzung lässt sich auch regeln“, so Klebe – wenn es denn die Bedenken des Kreises seien, dass jeder auf dem Gelände tun würde, was er wolle.

Von Harry Güssefeld

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