Mit Pegel besser informiert sein

Zum Wasserstand des Arendsees: Günther Meier sieht Bedarf an fundierten Infos

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Günther Meier aus Arendsee würde diesen Pegel gern hergeben.

Arendsee – Günther Meier kennt sich mit dem Wasser aus: An der Elbe hat er sein ganzes Arbeitsleben verbracht. Erst als Strommeister in Wittenberge, dann als technischer Angestellter beim Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg.

Seit er nun als Rentner aus Späningen nach Arendsee gezogen ist, beschäftigt ihn der Arendsee.

Vor allem die Diskussionen um den Wasserstand in dem Gewässer. Dass der See in den vergangenen zwei Jahren sehr viel Wasser verloren hat, das erkennt jeder. Aber schon bei der Frage, um wie viel der Wasserstand gefallen ist, werden immer wieder verschiedene Zahlen ins Feld geführt. „Ich habe gelesen, dass die Regattasportler andere Zahlen nennen als der Schwimmmeister oder der ,Queen’-Kapitän“, sagt Günther Meier im Gespräch mit der AZ. Und die Erklärung des AZ-Redakteurs zum Thema, das liege an der Erdkrümmung, habe er als Ironie erkannt.

Um die Diskussionen in ruhiges Fahrwasser zu führen, schlug der Arendseer gestern vor, einen Pegel im See anzubringen. „Es geht nicht um moderne, digitale Informationen. Es geht um das visuelle für jedermann, der auf den Pegel schaut und weiß, dass der See wieder mal viel Wasser verloren hat. Und das in Zentimetern“, sagt Günther Meier.

Er sei im Besitz eines solchen Pegels, der von der Elbe stammt und den er auch spendieren würde, wenn seine Idee Gehör findet. Gehör bei denen, denen der See gehört. Also beim Land, und bei der Unteren Wasserbehörde in Salzwedel. Und der GmbH. Denn: Im Gespräch mit der AZ wurde deutlich, dass der Pegel gut sichtbar an der Mole neben dem Liegeplatz der „Queen“ angebracht werden könnte. Günther Meier hatte zuvor auch die Tribüne ins Gespräch gebracht. Doch die Idee schnell wieder verworfen, weil man zum Betreten der Seetribüne im Sommer Eintritt bezahlen muss und sie so für den normalen Spaziergänger nicht erreicht werden kann.

Pegel dieser Art, eine Pegellatte, sind an der Elbe sichtbar angebracht. „Schön wäre es, wenn jemand diesen Pegel täglich beobachtet und die Ergebnisse dokumentiert“, so der Initiator. Eine Wasserstandshistorie könne so entstehen.

Auch an der Stelle, an der sich die Urlauber und Einwohner über den aktuellen Pegelstand informieren können. Höchststände, Niedrigwasser – aber rein natürliche Wasserstände sind es dann doch nicht, wenn im Bereich Zießau das Wehr auf Weisung des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) bewegt wird. Aber: In diesem Sommer konnte kein Wasser abgelassen werden, sodass ein Pegel an der Mole Lindenstraße sehr wohl den steigenden oder fallenden Wasserstand allein durch die sengende Hitze oder Regenfälle hätte anzeigen können.

Günther Meier will sich in Kürze mit den Verantwortlichen beim LHW in Verbindung setzen. Wenn es grünes Licht gibt, hofft er auf Unterstützung beim Einbau des Pegels. Dieser liegt bereit, noch umrahmt von maritimen Utensilien, die aus dem langen Arbeitsleben des Arendseers stammen.

VON HARRY GÜSSEFELD

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