Kurtax-Diskussion nicht ausgestanden / KiEZ-Geschäftsführerin macht sich Sorgen

„Warum auf Kosten der Armen?“

+
KiEZ-Geschäftsführerin Irmela Spöttle (r.) führte gestern duch den Rohbau und freut sich, dass bald Fenster reinkommen. Sie ist aber verärgert über die neue Kurtax-Satzung. 

cz Arendsee. Mögliche Absagen und Gruppen mit langfristigen Reiseverträgen, die die Kurtaxe nicht zahlen wollen: Die Freude, dass es mit Mitteln aus dem Sozialministerium (150 000 Euro) im Kinder- und Jugenderholungszentrum (KiEZ) baulich weitergeht, war etwas getrübt.

Grund dafür ist die neue Kurtaxe. Seit dem 1. April müssen auch Kinder ab sieben Jahren zahlen (60 Cent pro Nacht). „Ich sehe ja ein, dass die Stadt ihren Haushalt in den Griff bekommen muss. Aber warum auf Kosten der Armen?“, fragt sich KiEZ-Geschäftsführerin Irmela Spöttle. Sie verwies darauf, dass die gemeinnützige Stätte der Jugendarbeit viel Wert darauf legt, besonders günstige Preise zu bieten. Nun kommt die Kurtaxe hinzu. Die Furcht: Bisherige Gäste könnten sich damit einen Aufenthalt in Arendsee nicht mehr leisten, Betten bleiben leer.

Sozialministerin Petra Grimme-Benne, die den Bescheid für den weiteren Bau eines Mehrzweckgebäudes übergab, zeigte sich besorgt. Sie verwies auf den sozialen Fakt, den die Einrichtung erfüllt und darum förderfähig ist. Sie will das Thema mit nach Magdeburg nehmen. Unklar bleibt, ob das KiEZ vielleicht von der Kurtaxe befreit werden könne. Auch die SPD-Politiker Marina Kermer sowie Jürgen Barth machten gestern keinen Hehl daraus, dass sie den Beschluss des Stadtrates nicht nachvollziehen können. Das Thema Kurtaxe ließe sich erneut auf die kommunalpolitische Tagesordnung heben. Chef der größten Fraktion ist SPD-Mitglied Uwe Walter. Das will auch Irmela Spöttle, wie sie gestern Vormittag betonte. Sie sprach von der Idee, den Stadtrat zu einer Sitzung in das KiEZ einzuladen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare