Stadtrat Tino Zachhuber bemühte das Thema – mit Folgen

Waldheim in Arendsee: Es wurde hitzig im Ausschuss

Nun wird zwischen Aktionen am Hang und am See direkt unterschieden.
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Nun wird zwischen Aktionen am Hang und am See direkt unterschieden.

Arendsee – Der Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus sei auch ein Ausschuss für Wirtschaftsförderung, erklärte Stadtrat Tino Zachhuber am Montagabend im Rathaus.

Und deshalb liege es ihm am Herzen, einmal zu erklären, dass die Debatte um die Abholzaktionen am Waldheim der Stadt und dem Investor schade. „Wir sind Thema nicht nur in der Stadt, sondern auch im Kreis und nun auch beim Land. Da muss man sich ja schämen“, erklärte Zachhuber. Er verstehe die Diskussionen um die Abholzaktionen unterhalb des Waldheimes nicht. „Bevor man es hinausträgt, hätte man es vor Ort besprechen können“, so der Stadtrat weiter – und gab damit, ohne ihren Namen zu sagen, einen Seitenhieb auf Stadtratskollegin Vilja Hanke. Sie hatte die Abholzaktion, die gemäß Bebauungsplan und Naturschutzbericht nicht genehmigungsfähig war, kritisiert und Landtagsabgeordnete ins Boot geholt. Die Folge: Nicht nur das Umweltamt ermittelt, sondern auch der Landtag wird sich mit dem Fall beschäftigen. Zudem gibt es eine Anzeige gegen Unbekannt, die nach Recherchen der AZ vom Landtagsabgeordneten Hannes Loth (AfD) bei der Polizei erstattet wurde. Und der Fledermausbeauftragte des Landes hat auch so seine Bedenken, denn laut Gutachten ist die Flora unterhalb des Waldheimes zu schützen – und sogar zu vermehren.

Bürgermeister Norman Klebe erklärte, „die Diskussion um die Aktionen unterhalb des Waldheimes seien zwei paar Schuhe.“ Gemeint hatte er damit einmal den Hang unterhalb des Waldheimes, zum anderen den Bereich zwischen Promenade und Ufer. „Nur für diesen Bereich ist die Stadt verantwortlich, nicht für den Hang, der gehört zum Baugebiet des Resorts“, so Klebe. Der Hang liege in Verantwortung der Investoren. Dass dieser Hang auch plötzlich kahl war, dazu äußerte sich Klebe nicht. Wohl aber zum seiner Ansicht nach städtischen Bereich. „Dort wurde Unterholz und Müll beseitigt“, wiederholte sich Klebe. Trotz bestehender Fotoaufnahmen, die auch Bäume von einem Durchmesser von rund 25 Zentimetern zeigen, bleibt er bei der Aussage.

Doch über eines waren sich die Stadträte dann doch einig: Derzeit könne man an der Situation nichts ändern. Die Sache liege nun woanders, in den Ämtern und Behörden. Man müsse abwarten, hieß es.

Stadtrat Tino Zachhuber hatte die Befürchtung geäußert, die Sache Waldheim könnte so weite Kreise ziehen, dass die Gefahr besteht, dass das prestigeträchtige Vorhaben vielleicht infrage gestellt werden könnte. Eine solche Investition zu verlieren, könne sich Arendsee nicht leisten, angesichts der Anläufe der verschiedenen Investoren, die immer wieder scheiterten. Übrigens einer auch an Bäumen: Weil er den Hang komplett roden wollte und die Kreisverwaltung das untersagte, zog dieser zurück und ließ von dem Vorhaben, damals einer Klinik für Schwerstkranke, ab.

Dass inzwischen Unterlagen von der Internetseite der Stadt Arendsee verschwunden sind, die die Meinung der Kritiker stützen, macht stutzig. Stadtrat Jens Reichardt will in Kürze die Frage nach dem Verbleib der Unterlagen stellen. Gespannt darf man auf die Auseinandersetzungen im Stadtrat sein. Schaden Forderungen nach Einhaltung der Gesetze hinsichtlich des Naturschutzes dem anspruchsvollen Vorhaben?

Ob der Stadtrat diese Frage beantworten muss, ist fraglich. Inzwischen haben andere Entscheidungsträger das Zepter übernommen. Die Stadt kann nur abwarten.

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