Landtagsabgeordneter Hannes Loth (AfD) zeigt sich über Fällungen entsetzt

Waldheim Arendsee bald Thema im Landtag

MdL Hannes Loth (v.l.) und Stadträtin Vilja Hanke mit Sebastian Koch (Gardelegen) und Arno Bausemer (Stendal) am Seeufer. 
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MdL Hannes Loth (v.l.) und Stadträtin Vilja Hanke mit Sebastian Koch (Gardelegen) und Arno Bausemer (Stendal) am Seeufer. 

Arendsee – Nachdem ohne Genehmigung Bäume unterhalb des Waldheimes gefällt wurden, untersucht der Altmarkkreis. Eingriffe in die Natur und in den Lebensraum von Wildtieren wird den dafür Verantwortlichen vorgeworfen.

Während der Stadtrat in Arendsee in Gänze schweigt – außer Stadträtin Vilja Hanke – zieht die Angelegenheit weiter Kreise.

Am 4. November interessierte sich der Landtagsabgeordnete Hannes Loth (AfD) für die Angelegenheit. „Fast über Nacht sind am Uferstreifen des Arendsees einige Dutzend Bäume und das Buschwerk verschwunden, dafür wurden die Reste als Mulch verteilt“, so Hannes Loth. Der Politiker zeigte sich entsetzt angesichts der Tatsache, dass es seitens der Stadt keinen Stopp für diese Aktion gab. „Die naturschutzbegeisterte Stadträtin Vilja Hanke erläuterte mir, dass mit den verschwundenen Bäumen und Büschen der Lebensraum für einige Fledermäuse zerstört wurde“, so der AfD-Abgeordnete. Er zeigte sich angesichts des Zustandes des Uferbereiches schockiert. In dem Zusammenhang wurde auch erklärt, dass der Lebensraum eines Uhus in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das ließ den Geduldsfaden des Abgeordneten reißen. „Das Thema nehme ich mit in den Landtag“, sagte er der AZ.

„Überall im Land werden Maßnahmen zum Schutz der Fledermausbestände gefördert. Rote Listen-Tiere werden geschützt und vermeintlicher Lebenraum zu FFH- und Natura 2000-Gebieten erklärt“, so Hannes Loth. Wo aber gesunde Lebensräume existieren, würden diese kommunalen Fantasien geopfert. Hannes Loth wird im Landtag Anfragen zu diesem Thema stellen, kündigte er gegenüber der AZ an. Gleichzeitig wolle er eine Anzeige gegen „die Durchführung der Baumfällungen und gegen die Erteilung der Baumfällgenehmigung im Uferbereich des Arendsees erstatten. Wie die AZ gestern erfuhr, sei das noch nicht passiert. „Ich werde es aber entsprechend meiner Ankündigung tun“, so Loth.

Vilja Hanke hatte angesichts der „Zustände am Seeufer“ den Landtagsabgeordneten informiert. „Es ist ja grundsätzlich eine positive Entwicklung, dass auf dem Gelände des ehemaligen Waldheims etwas Neues entsteht“, sagte sie der AZ. Aber die Verstöße gegen die geforderten Maßnahmen zum Artenschutz seien skandalös, „Zustände wie in Trumphausen“, sagte sie der AZ.

Während am Waldheim Interessen für Privilegierte vertreten werden, würden die nun schon seit Jahren verunsicherten und reglementierten Parzellenbesitzer, deren Grundstücke mindestens zweimal im Jahr bei der Gewässerschau ins Visier genommen werden, ständig verunsichert. „Es ist schon verwunderlich, dass die Abholzaktionen unterhalb des Waldheimes entgegen aller Vorgaben erfolgt sind, um den späteren Bewohnern einen freien Blick auf den See zu gewähren“, heißt es seitens der Stadträtin. Sei werde weiterhin aktiv, um Licht in das Dunkel der Fällaktionen zu bringen. Und weiter: „Dass der Bürgermeister Klebe ständig erklärt, Naturschutz habe auf dem Areal der Parzellen Priorität und gleichzeitig zu den Fällungen am Waldheim erklärt, diese seien für einen guten Zweck, ist so nicht hinnehmbar“, so die Stadträtin.

Gestern waren Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde sowie der Fledermausbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt, Bernd Ohlendorf, vor Ort, um sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen, hatte Vilja Hanke angekündigt. Auf keinen Fall sei sie bereit, „das alles im Sande verlaufen zu lassen“. Verantwortliche sollten festgestellt werden.

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