Bis Sommer sollen tierische Mieter umgezogen sein

Waldheim-Areal: Rathaus rechnet mit Abriss im Herbst

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Das Waldheim in Arendsee ist viele Jahre eine Leiche im Keller der Einheitsgemeinde gewesen. Durch den Verkauf an Privatinvestoren soll es noch in diesem Jahr vorwärtsgehen – zunächst durch Faunaumsiedlung und Abriss.

Arendsee – Dass im Büro von Arendsees Bürgermeister Norman Klebe der Entwurf des geplanten Waldheim-Resorts hängt, zeugt von Zuversicht im Rathaus. Zu lange (seit 1994) verfällt das einstige Ferienobjekt, zu lange blieb ein Grundstück in bester Seelage ungenutzt.

Mit dem Verkauf an Privatinvestoren Anfang 2017 soll nun alles anders werden.

Doch Stadtchef Klebe tritt gleichzeitig auf die Euphoriebremse. Dass das Waldheim endlich verkauft werden konnte, heiße nicht, dass gleich am nächsten Tag die Bagger anrollen. Bis der Abriss der Waldheim-Ruinen planmäßig im Herbst – im Rathaus wird der Oktober genannt – beginnen kann, muss der Bürokratie und dem Naturschutz Rechnung getragen werden.

Derzeit werden noch die Träger öffentlicher Belange angehört. Jede Institution, die in irgendeiner Form von den Resort-Plänen betroffen sind, müssen vorher eine Stellungnahme abgeben. Bis Anfang der Woche ließ zudem die sogenannte frühzeitige Beteiligung, bei der jeder Anregungen oder Einwendungen zum Projekt vorbringen konnte.

Nicht weniger umfangreich gestalten sich die Auflagen bezüglich des Umweltschutzes. Denn verlassene Areale haben die Eigenschaft, über die Jahre zum neuen Zuhause so mancher gefährdeter Tierart zu werden. Bevor also die Abrissbirne kommt, müssen Fledermäuse, Uhu und Co. wieder ausziehen. Mehrere Ersatzstandorte im umliegenden Stadtwald sind dafür vorgesehen. Bürgermeister Klebe hofft, dass dies bis Sommer erledigt ist. Die eigentliche Bauzeit schätzt er auf fünf bis sieben Jahre ein. Es soll mit der Zeit wachsen.

Der im Oktober 2018 veröffentliche Entwurf des Waldheim-Resorts sieht ein Hotel und private Wohnobjekte vor. Die Zeit läuft: Bis Anfang 2020 muss laut Vertrag das Areal beräumt sein.

VON JENS HEYMANN

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