Interview

Bank will auf landwirtschaftlicher Fläche in Sanne-Kerkuhn Agrarforschung betreiben

Einfahrt zur Agrargenossenschaft in Sanne-Kerkuhn
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In der Agrargenossenschaft Sanne-Kerkuhn soll zukünftig geforscht werden
  • vonBeate Achilles
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Die Genossenschaftsbank VR Plus Altmark-Wendland hat im Januar 2020 eine etwa 1000 Hektar große Fläche der Agrargenossenschaft Sanne-Kerkuhn gekauft. AZ-Redakteurin Beate Achilles hat mit der Chefin der Bank, Grit Worsch, über das dortige Vorhaben gesprochen.

Wie weit ist die Umsetzung der VR Plus-Pläne in Sanne-Kerkuhn inzwischen gediehen?
Grit Worsch: Wir wollen in Sanne-Kerkuhn gemeinsam mit der dortigen Belegschaft den Transformationsprozess in der Landwirtschaft vorantreiben. Mitte 2020 hatten wir dazu einen Antrag auf Forschungsgelder beim Bundesforschungsministerium gestellt, der leider nicht bewilligt wurde. Aktuell läuft ein neuer Antrag zur Entwicklung von Innovationstechnik, die in einem Vorprojekt in Sanne-Kerkuhn getestet werden könnte.
Wie wird die Fläche in der Zwischenzeit bewirtschaftet? 
Grit Worsch: Dort wird das Standardrepertoire von Agrarunternehmen erzeugt, Getreide, Stärkekartoffeln und so weiter. Alles läuft wie bisher. Große Teile der Flächen sollen später einmal als landwirtschaftliche Versuchsflächen genutzt werden und der Weiterqualifizierung der Teilnehmer unserer Bildungsveranstaltungen sowie unserer Mitarbeiter dienen.
Wie hat sich die Übernahme des Betriebs in Sanne-Kerkuhn auf die seinerzeit bestehenden Beschäftigungsverhältnisse ausgewirkt?
Grit Worsch: Es ist alles so weitergegangen wie zuvor. Maik Tegelbeckers ist dort nach wie vor Geschäftsführer. Wir sind nicht die, die einen Betrieb kaufen und dann erst mal alles dort umkrempeln.
Im vergangenen Jahr sagten Sie, es gehe unter anderem darum, junge Agraringenieure in die Region zu bekommen. Die Zusammenarbeit mit einer Hochschule sei angedacht. Wie sind Sie in diesem Bereich vorangekommen? 
Grit Worsch: Wir planen, eine Akademie aufzubauen, allerdings nicht direkt in Sanne-Kerkuhn, denn wertvolles Ackerland dafür zu versiegeln kommt für uns nicht infrage. Stattdessen werden wir eine alte Werkstatt in Lüchow dafür umbauen. Dort sollen Schulungen und Workshops stattfinden. Lüchow ist auch für Teilnehmer aus Sachsen-Anhalt gut zu erreichen. Über Online-Konferenzen wollen wir renommierte Dozenten von auswärts in unsere Bildungsveranstaltungen einbeziehen, zum Beispiel von den Universitäten Hohenheim und Halle. So wollen wir eine hochwertige Ausbildung anbieten und junge Leute sowohl hier halten als auch von außerhalb für unsere Region begeistern.
Sie hatten auch das Stichwort „SmartFarming“ ins Spiel gebracht. Was hat es damit auf sich?
Grit Worsch: Dabei geht es beispielsweise darum, Satellitendaten für Landwirte besser nutzbar zu machen. Das Ziel wäre, weniger Dünger und weniger Wasser zu verbrauchen. Die Europäische Union sammelt mithilfe von Satelliten schon lange Informationen und wertet sie aus, um daraus zum Beispiel auf die Bodenbeschaffenheit schließen zu können. Es gilt die Frage zu beantworten, was wir künftig in der Landwirtschaft anders machen können. Denn wir müssen trotz Klimawandel auch in Zukunft etwas essen. 

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