„Nochmal die Tippel-Tappel-Tour“

Wieder Vorverträge für Glasfaserausbau – das sorgt langsam für Unmut in Arendsee

Anfang Oktober wurde in Arendsee eine Kooperation zum eigenwirtschaftlichen Glasfasernetzausbau durch DNS:Net geschlossen.
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Anfang Oktober wurde in Arendsee eine Kooperation zum eigenwirtschaftlichen Glasfasernetzausbau durch DNS:Net geschlossen. Nun sollen bald die Maßnahmen ergriffen werden, um die Anschlussquote zu schaffen.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Für den Ausbau der sogenannten schwarzen Flecken wollen Arendsee und der Internetdienstleister DNS:Net bald auf Werbetour gehen. Dass dabei wieder einmal Vorverträge abgeschlossen werden müssen, stößt zunehmend auf Unmut.

Binde / Arendsee – Im November wolle der Internetdienstleister DNS:Net mit der Akquise für weitere Glasfaseranschlüsse loslegen. So hieß es vor gut drei Wochen im Arendseer Rathaus, als im Sitzungszimmer eine Kooperation mit der Stadt Arendsee unterzeichnet wurde. Es sollte neue Infoabende, Werbung und Vorverträge geben. Alles, damit auch diejenigen Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen werden können, die aufgrund von Fördermittelbestimmungen derzeit durch das Raster fallen (in Gänze oder zu Teilen Arendsee inklusive Gewerbegebiet und Tourismusanlagen, Fleetmark, Binde, Schernikau, Kleinau, Genzien und Harpe).

Bei aller Euphorie im Arendseer Rathaus gibt es auf dem Land die eine oder andere kritische Stimme. Den Leuten sei es langsam nicht mehr zu vermitteln, warum sie nun zum wiederholten Male einen Vorvertrag unterschreiben müssten, hatte beispielsweise Kleinaus Ortsbürgermeister Sven Schottenhamel in einer Stadtratsrunde kürzlich sinngemäß angemahnt. Auch Infoveranstaltungen hätte es doch bereits gegeben.

In Binde gab es nun am Dienstagabend ähnliche Töne. Diverse Verträge seien in der Vergangenheit unterschrieben worden und danach ohne Konsequenz ausgelaufen. Mancher Einwohner, der der Ratssitzung im Dorfgemeinschaftshaus beiwohnte, zeigte umgekehrt Unverständnis darüber, offenbar nicht mehr in den Ausbau hineinzurutschen. Kurzum: Es gibt noch Fragen.

Bindes Ortsbürgermeister Kurt Gabriel will die Anschlussquote von 50 Prozent so schnell wie möglich erreichen. Dazu erhalte er von DNS:Net 30 Vorverträge, die er persönlich jedem Betroffenen vorbeibringen und nach dem Ausfüllen auch wieder abholen wolle. Er sei fest davon überzeugt, die geforderte Quote zu schaffen.

Arendsees Bürgermeister Norman Klebe sieht in den alten, abgelaufenen Vorverträgen keine Probleme. Die hätten keinem wehgetan, weil niemand etwas bezahlt habe, entgegnete der Stadtchef seinerzeit Sven Schottenhamel. Und schickte damals gleich hinterher: „Die Tippel-Tappel-Tour müssen wir nochmal machen.“

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