Vorfall im Forst bei Ziemendorf / Jäger wollten vermeintliche Wilderer stellen

AZ-Blitz: Schüsse auf Wilddiebe

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Ziemendorf / Kapermoor. Schießerei im Wald bei Ziemendorf: Die Polizei ermittelt in einem mysteriösen Fall, bei dem bei einer Verfolgung ein Warnschuss und wie sich später herausstellte auch gezielte Schüsse abgegeben wurden.

Der Vorfall ereignete sich bereits am 26. März, auf Nachfrage der AZ zum Geschehen sah sich das Polizeirevier in Salzwedel am Donnerstag in der Pflicht, die Öffentlichkeit zu informieren.

Was war passiert? In den Morgenstunden hatte nach Recherchen der AZ ein 29-jähriger Berufsjäger aus Niedersachsen und dessen Praktikant im eigenen Jagdrevier zwei mutmaßliche Wilddiebe beobachtet. Die beiden Beobachter sollen, so ergaben AZ-Recherchen, die beiden Fremden gefilmt haben. Einer der beiden mutmaßlichen Wilddiebe trug eine Waffe und Jägerkleidung. Zu ihnen gehörte auch ein weißes Wohnmobil, welches im Wald stand.

Als die beiden Fremden angesprochen wurden, flüchteten sie in das Wohnmobil und fuhren davon. Der Verfolger gab später bei der Polizei an, einen Warnschuss in den Waldboden abgegeben zu haben. Außerdem, so die Polizei, habe er vermutet, dass der flüchtige Waffenträger seine Langwaffe an einer unübersichtlichen Stelle versteckt haben könnte.

Die Polizei begann sofort mit der Suche nach dem Wohnmobil. Da das Kennzeichen bekannt war, konnte der Halter schnell ermittelt werden. Mit dem Ergebnis, dass der 51-jährige Halter in Bayern wohnt und Jäger ist – somit auch eine Genehmigung für eine Schusswaffe besitzt. Die versteckte Jagdwaffe konnte inzwischen sichergestellt werden.

Am frühen Abend wurde das Wohnmobil im Bereich Ziemendorf / Harpe entdeckt. Der 51-Jährige wurde ebenfalls angetroffen, eine zweite Person, die nach AZ-Recherchen zunächst unauffindbar blieb, war nicht dabei. Der Bayer erstattete Gegenanzeige: Unter anderen deshalb, weil sein Fahrzeug im unteren Bereich von zwei Schüssen getroffen worden sei.

Eine zweite Jagdwaffe und entsprechende Munition wurde sichergestellt. Erlegtes Wild, so die Polizei, hatte sich nicht im Fahrzeug befunden. „Die Untersuchungen zu den Fall dauern an“, hieß es gestern aus der Pressestelle der Polizei. Im Zuge der Ermittlungen seien alle Waffen, auch die des verfolgenden Jägers, ins Landeskriminalamt übersandt worden. Um festzustellen, ob und aus welcher Waffe tatsächlich geschossen wurde. Inzwischen war auch der zweite vermeintliche Wilddieb wieder aufgetaucht. Es handelt sich nach Polizeiangaben um einen 49-jährigen aus Stendal.

Von Harry Güssefeld

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